Prozess in Hamburg: Ein Mann wurde verurteilt, weil er Polizisten bei einer Demonstration angegriffen haben soll (Foto vom Prozessauftakt). © NDR Foto: Elke Spanner

Bewährungsstrafe für Angriff auf Polizei bei Querdenker-Demo

Stand: 30.07.2021 14:53 Uhr

Bei einer Demonstration der sogenannten Querdenker im Mai vor einem Jahr gab es einen Zwischenfall: Bei einer Personenkontrolle beleidigte und schlug ein Mann Polizisten. Dafür verurteilte das Amtsgericht den 34-Jährigen am Freitag zu einer Bewährungsstrafe von sieben Monaten.

Der Angeklagte saß ohne Corona-Schutzmaske im Gericht. Er hatte sogar seinen letzten Job als Lkw-Fahrer verloren, weil er immer ohne Maske zur Arbeit kam. "Ich galt deshalb als Störfaktor", sagte er im Prozess. Von der Maskenpflicht hat sich der 34-Jährige per Attest befreien lassen, weil er sich dadurch nach eigenen Worten eingeengt fühlt.

Schläge mit dem Grundgesetz gegen Polizisten

Mit den sogenannten Querdenkern habe er aber nichts zu tun, beteuert er. Ganz zufällig sei er in deren Demonstration geraten. Dort schlug er dann eine Polizistin mit dem Grundgesetzbuch, beleidigte einen Beamten und schlug einem weiteren mit der Faust ins Gesicht. In den Worten des Angeklagten hörte sich das alles ganz anders an. Da war die Rede davon, dass er die Situation deeskalieren wollte.

Die Richterin aber nahm ihm das nicht ab. "Sie waren der Aggressor" fasste sie zusammen und verurteilte den 34-Jährigen zu einer Bewährungsstrafe, über die er sichtbar erschrocken war. Weil der 34-Jährige die Schläge bis zum Schluss leugnete, musste das Amtsgericht drei Tage über den Fall verhandeln.

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Eine Demonstration am 9. Mai 2020 auf dem Hamburger Rathausmarkt. © picture alliance / Geisler-Fotopress Foto: Matthias Wehnert/Geisler

Polizisten mit Grundgesetz geschlagen: Prozessauftakt

Beim Prozessauftakt bestritt der Angeklagte die Vorwürfe und sprach von einem Versehen. (02.07.2021) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 30.07.2021 | 15:00 Uhr

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