Stand: 27.01.2017 17:06 Uhr

Bertini-Preis 2016 für Schüler mit Zivilcourage

Im Hamburger Ernst Deutsch Theater ist am Freitag zum 19. Mal der Bertini-Preis für Zivilcourage verliehen worden. In diesem Jahr wurden vier Projekte junger Hamburger ausgezeichnet, die in besonderer Art und Weise Erinnerungsarbeit im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus leisten und sich gegen Fremdenhass und für Zivilcourage engagieren. Überreicht wurden die Ehrungen von Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD), Theaterintendantin Isabella Vértes-Schütter und NDR Journalistin Anja Reschke.

Von den NSU-Protokollen bis zum vergessenen Chinesenviertel

Zu den preisgekrönten Projekten gehört unter anderem das Stück "Rosarot ist eine Mischfarbe", in dem 15 Schülerinnen und Schüler der Stadtteilschule am Hafen die NSU-Protokolle szenisch umgesetzt haben. Darüber hinaus wurden auch 27 Schüler des Helmut-Schmidt-Gymnasiums ausgezeichnet, die gemeinsam das bewegende Theaterprojekt "Krieg - Wohin würdest du fliehen?" auf die Bühne brachten.

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Preisträgerin Antonia Ricke setzt sich nicht nur für gehörlose Flüchtlinge ein: Sie ist auch Vorsitzende der Interessengemeinschaft für taube Studierende in Hamburg.

Ebenso geehrt wurde die Vorsitzende der Interessengemeinschaft für taube Studierende in Hamburg, Antonia Ricke, die sich im Rahmen des Projektes "Deaf Refugees Welcome Hamburg" für junge taube Flüchtlinge in Hamburg engagiert.

Und auch das vierte Projekt, das den Bertini-Preis 2016 erhielt, hat sich ein ganz besonderes Stück Hamburger Geschichte zum Thema genommen: Im "Erinnerungsprojekt" von zehn Neuntklässlern der Schule Schwarzenbergstraße wird die Geschichte des kleinen Hamburger Chinesenviertels aufgearbeitet, dessen Bewohner 1944 von den Nationalsozialisten verhaftet und ins Konzentrationslager verschleppt wurden.

Benannt nach einem Roman Giordanos

Der Bertini-Preis wird traditionell am Holocaust-Gedenktag verliehen. Der Name geht auf den Roman "Die Bertinis" des Hamburger Schriftstellers Ralph Giordano zurück. Der im Dezember 2014 verstorbene Giordano arbeitete mehr als 40 Jahre an dem Buch, in dem er das Schicksal seiner Familie in der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur schildert, geprägt von Ausgrenzung, Verfolgung und ständiger Angst. Ralph Giordano war Ehrenvorsitzender des Vereins und immer zuversichtlich, dass der Bertini-Preis seine Botschaft "Lasst euch nicht einschüchtern" weitertragen werde.

Die Ausschreibung zum Bertini-Preis richtet sich seit 1998 an alle Hamburger zwischen 14 und 25 Jahren. Sie können sich einzeln, als Gruppe oder Schulklasse mit einem Projekt bewerben - oder von Anderen für ihr mutiges "Eintreten gegen Unrecht, Ausgrenzung oder Gewalt von Menschen gegen Menschen in dieser Stadt" vorgeschlagen werden.

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 27.01.2017 | 18:00 Uhr

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