Stand: 22.01.2019 16:49 Uhr

BSH legt Gebiete für Windenergie-Ausbau fest

Bild vergrößern
Die Bundesregierung hat ehrgeizige Ziele für den Ausbau der Offshore-Windenergie ausgegeben.

Für den Ausbau der Windenergie auf Nord- und Ostsee liegen die Gebiete weitgehend fest. Der Flächenentwicklungsplan (FEP) solle bis spätestens 30. Juni veröffentlicht werden, kündigte die Präsidentin des zuständigen Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH), Karin Kammann-Klippstein, am Dienstag in Hamburg an. "Der FEP ist ein wesentliches Instrument zur Erreichung der gesetzlichen Ausbauziele für Offshore-Windenergie."

Ehrgeizige Ausbau-Ziele

In der deutschen Nordsee waren den Angaben zufolge Ende vergangenen Jahres 15 Windparks mit rund 1.000 Windrädern in Betrieb. Sind die vier derzeit in Bau befindlichen Anlagen fertig, wird von der Nordsee aus von 1.251 Windrädern Strom geliefert, wie das BSH berichtete. In der Ostsee sind drei Windparks mit 210 Rädern im Betrieb. In beiden Meeren sei derzeit eine Kapazität von 7.100 Megawatt im Bau, installiert oder in Betrieb. Das bis 2030 von der Bundesregierung festgelegte Ausbauziel liegt bei 15.000 Megawatt.

Viel größere Windräder

Vor den Küsten von Nord- und Ostsee werden deshalb bis 2030 voraussichtlich weitere 1.000 Windräder errichtet. Niko Nolte vom BSH sagte NDR 90,3: "Also wir brauchen schon größere Windenergieanlagen, um das Ziel zu erreichen." Derzeit erheben sich die größeren Offshore-Windräder etwa 180 Meter über dem Wasser. Die nächste Generation wird etwa 250 Meter hoch - also fast so groß wie der Hamburger Fernsehturm.

Umwandlung von Windenergie in Wasserstoff

Weil der Ausbau der Stromnetze Richtung Süddeutschland kaum vorankommt, planen Enerieunternehmen bereits eine Alternative: Der mit Windrädern erzeugte Strom könnte noch auf hoher See in flüssigen Wasserstoff umgewandelt werden - mittels Elektrolyse, so Nolte: "Der Wasserstoff kann einmal per Schiff an Land transportiert werden. Auch der Einsatz von Pipelines ist grundsätzlich vorstellbar. Oder man sagt eben, die Wasserstoffproduktion wird an Land vorgenommen und der dafür erforderliche Strom wird offshore produziert und mit einem Kabel dann an Land transportiert." Für die Umwandlung von Windstrom in flüssigen Wasserstoff gibt es weltweit bislang nur wenige kleinere Pilotanlagen. Etwa in Brunsbüttel an der Unterelbe.

Abgase: Die meisten Schiffe halten Grenzwerte ein

In Bremerhaven und Kiel wurden laut BSH Geräte in Betrieb genommen, die die Abgasfahne vorbeifahrender Schiffe messen. Die nächste Messstation solle in Rostock installiert werden, kündigte BSH-Abteilungsleiter Bernd Brügge an. Außerdem soll in diesem Jahr eine mobile Station auf Schiffen der Bundespolizei getestet werden. Ergeben Messungen einen Verstoß gegen die Grenzwerte für den Schwefelanteil in den Schiffsemissionen, unterrichtet das BSH die Wasserschutzpolizei. "Die meisten Schiffe halten die international festgelegten Grenzwerte ein", berichtete die BSH-Präsidentin.

Von den mehr als 17.000 analysierten Abgasfahnen hätten 2018 fast alle, nämlich 99 Prozent, auf einen regelkonformen Schiffsbetrieb hingewiesen. In Nord- und Ostsee dürfen Handels- und Kreuzfahrtschiffe seit 2015 nur noch Treibstoff mit 0,1 Prozent Schwefelgehalt einsetzen. Vom 1. Januar 2020 gelten nach Bestimmungen der International Maritime Organization auch auf hoher See strengere Vorschriften: der Schwefelgehalt darf nur 0,5 Prozent statt bisher 3,5 Prozent betragen - oder die Abgase müssen an Bord vom Schwefel gereinigt werden.

Weitere Informationen

Windenergie - der Norden als Vorreiter

Windenergie gilt als umweltschonende Energieform. In Norddeutschland kommt sie besonders zum Zuge. Doch aktuell erlebt sie wegen der Umstellung des Vergütungssystems für Ökostrom eine Flaute. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 22.01.2019 | 17:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

02:19
Hamburg Journal
02:19
Hamburg Journal
04:04
Hamburg Journal