Stand: 22.08.2019 18:01 Uhr

Aurubis macht Dampf aus überschüssigem Strom

Die Hamburger Kupferhütte Aurubis hat am Donnerstag einen riesigen Dampfkessel eingeweiht, der auch mit bislang ungenutztem Windstrom aus Schleswig-Holstein betrieben werden kann. 150.000 Tonnen klimaschädliches CO2 stößt die Kupferhütte bislang jährlich aus. 4.000 Tonnen könnte sie einsparen, wenn der neue Dampfkessel komplett mit Ökostrom betrieben wird. Das ist in etwa so viel CO2, wie 2.000 Autos im Jahr ausstoßen. Mit dem Dampf wird künftig Kupfer-Erz getrocknet.

Mit einer Leistung von zehn Megawatt sei die Anlage die größte, die in der deutschen Nicht-Eisen-Industrie eingesetzt werde, sagte Aurubis-Chef Roland Harings. "Mit diesem Projekt werden wir erneuerbare Energie verstärkt nutzen, CO2-Emissionen weiter reduzieren und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Netzstabilität leisten", sagte Harings.

Kerstan: "Wir hier in Hamburg machen unseren Job"

Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) lobte die Investition: "Wir hier in Hamburg machen unseren Job, und ich würde mich einfach freuen, wenn bei den gesetzlichen Rahmenbedingungen die Bundesregierung auch mal ihren Job macht." Kerstan forderte geringere Stromsteuern und zusätzliche Steuern für fossile Energien.

Dem schloss sich auch Werner Beba vom Netzwerk Norddeutsche Energiewende NEW 4.0 an, die das Projekt begleiten. Gleichzeitig müsse jedoch auch Hamburg Geld zuschießen. "Ich glaube, wir brauchen schon ein Investitionsprogramm im Milliardenbereich, das über einen langen Zeitraum läuft." Damit könnten etwa Wasserstoff-Pilotprojekte gefördert werden.

Zehn Prozent vom Wirtschaftsministerium

Die neue Anlage ist Teil des Großprojekts Norddeutsche Energiewende NEW 4.0, das zum Ziel hat, bis 2035 Hamburg und Schleswig-Holstein vollständig mit regenerativ erzeugtem Strom zu versorgen. Deshalb gab es zehn Prozent Förderung durch das Bundeswirtschaftsministerium.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 22.08.2019 | 17:00 Uhr

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