Stand: 22.11.2018 16:00 Uhr

Asbestfund: NDR Bürohaus in Hamburg geschlossen

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Das Haus 11 des NDR in Hamburg-Lokstedt ist derzeit geschlossen.

Der NDR hat ein Bürohochhaus in Hamburg-Lokstedt vorsorglich bis auf Weiteres geschlossen. Bei Raumluftmessungen in mehreren Etagen des Bürohochhauses waren in zwei Räumen im 14. Obergeschoss Asbestfasern nachgewiesen worden. Dabei handelt es sich um Krokydolith-Asbest - sogenannter Blauasbest. Nachdem die Ergebnisse am Mittwoch vorlagen, hat die Geschäftsleitung des NDR zum Schutz der Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entschieden, das Haus 11 bis zur Überprüfung aller Geschosse und der dann gegebenenfalls folgenden Sanierung sofort komplett zu schließen.

Marmor: "Ein Akt großer Solidarität"

Auf einer Mitarbeiterversammlung wurde die Belegschaft am Donnerstag informiert. NDR Intendant Lutz Marmor sprach allen einen großen Dank aus, die innerhalb kürzester Zeit zusammengerückt sind und Platz für die Kolleginnen und Kollegen geschaffen haben. "Das war ein Akt großer Solidarität", so Marmor. Fernsehdirektor Frank Beckmann betonte, dass man es innerhalb von 18 Stunden geschafft habe, für rund 300 Menschen provisorische Ausweich-Arbeitsplätze zu schaffen. Auch Büroflächen in der Umgebung werden angemietet. Ebenso haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Möglichkeit, mobil von zu Hause aus zu arbeiten. Die Sendesicherheit ist gegeben.

Messungen in allen Räumen - Schleusen werden eingerichtet

"Alles, was dort im Gebäude drin ist, darf man nicht herausnehmen. Es gibt strengste Vorschriften, wie mit Asbest umzugehen ist - die werden wir umsetzen. Aber das dauert", sagte Marmor. In den nächsten Tagen werden in dem betroffenen Haus Schleusen errichtet. Fachpersonal wird benötigte Gegenstände und Akten suchen, fachgerecht reinigen und über diese Schleusen aus dem Gebäude bringen. In allen Räumen des Gebäudes werden Raumluftmessungen vorgenommen.

Gebäude stammt aus den 1970er-Jahren

Das betroffene Gebäude stammt aus den 1970er-Jahren. Damals war asbesthaltige Füllmasse in Fugen zwischen den Geschossdecken verwendet worden. Die Füllmasse war jedoch eingeschlossen und stand nicht in Verbindung mit der Raumluft. Bereits in der Vergangenheit waren vorsorglich Messungen vorgenommen worden, ohne dass Belastungen der Raumluft festgestellt wurden. Bei Sanierungs- und Umbaumaßnahmen im 12. und 13. Stock war festgestellt worden, dass die Abdichtungen asbestgestopfter Fugen teilweise beschädigt waren.

Asbest: Eigenschaften und Gesundheitsgefahren

Asbest ist die Bezeichnung für eine Gruppe natürlich vorkommender, feinfaseriger Minerale. Da Asbest außerordentlich hitze- und weitgehend chemikalienbeständig ist, wurde er in der Vergangenheit in vielen Produkten eingesetzt und auch im Baubereich häufig genutzt. Die Faserstruktur macht Asbest jedoch bei der Gewinnung, Verwendung und Entsorgung gefährlich. Asbest spaltet bei mechanischer Beanspruchung in eine Vielzahl sehr feiner Fasern auf. Diese können mit der Atemluft in den Körper gelangen und lebensbedrohliche Erkrankungen (Asbestose, Lungenkrebs, Mesotheliome) auslösen. Die von Asbest ausgehenden Gesundheitsgefahren führten 1995 zu einem Verbot des Inverkehrbringens (Herstellung, Vermarktung und Verwendung) von Asbestprodukten in Deutschland. Die Europäische Union beschloss 1999 einen vollständigen Ausstieg aus der Asbestverwendung. (Quelle: Umweltbundesamt)

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Dieses Thema im Programm:

NDR//Aktuell | 22.11.2018 | 16:00 Uhr

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