Stand: 23.10.2019 16:15 Uhr  - NDR 90,3

Anschlag von Halle: Grote macht AfD Vorwürfe

Hamburgs Innensenator Andy Grote in der Hamburgischen Bürgerschaft © dpa Foto: Daniel Bockwoldt
Innensenator Andy Grote (Archivfoto) versicherte der jüdischen Gemeinde den notwendigen Schutz und die Solidarität der Stadt.

Nach dem rechtsextremen Anschlag in Halle auf eine Synagoge haben Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) und AfD-Fraktionschef Alexander Wolf sich am Mittwoch in der Hamburgischen Bürgerschaft gegenseitig Vorwürfe gemacht. Wolf habe in der Debatte nicht ein einziges Wort über Rechtsextremismus verloren, kritisierte der Senator in der Aktuellen Stunde zum Kampf gegen Antisemitismus. "Wir haben es hier mit blankem, widerwärtigem Rechtsextremismus zu tun, und die AfD hätte allen Anlass, sich damit auseinanderzusetzen."

AfD spricht von billiger Hetze

Wolf hatte Grote zuvor vorgeworfen, er habe nach dem Anschlag gegen die AfD "gehetzt". Das sei billig und zutiefst unanständig gewesen, sagte Wolf. Die AfD verurteile den Anschlag von Halle aufs Schärfste.

"Wir stehen fest an Eurer Seite"

Grote versicherte der jüdischen Gemeinde den notwendigen Schutz und die Solidarität der Stadt. Der Anschlag von Halle verändere die Realität auch in Hamburg, sagte der Innensenator. Den Juden in der Hansestadt versicherte Grote: "Wir stehen fest an Eurer Seite ... Wir werden alles tun, um euch zu schützen und werden Antisemitismus in unserer Stadt niemals dulden."

Einig war sich die Bürgerschaft, jüdisches Leben in Hamburg zu fördern. Im Gespräch sind ein Antisemitismus-Beauftragter und Besuche in KZ-Gedenkstätten während der Schulzeit.

Am 9. Oktober hatte ein Deutscher schwer bewaffnet versucht, in die Synagoge in Halle einzudringen. Als sein Plan misslang, erschoss er auf der Straße eine 40 Jahre alte Frau und kurz darauf einen 20-Jährigen in einem Döner-Imbiss. Der 27-Jährige ist in Untersuchungshaft und gibt ein rechtsextremistisches, antisemitisches Motiv zu. Vor dem Anschlag hatte er einen Ablaufplan veröffentlicht, die Bluttat selbst hatte er über eine Helmkamera live im Internet übertragen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 23.10.2019 | 16:00 Uhr

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