Angriffe auf schwangere Freundin: Gericht verkürzt Haftzeit

Stand: 14.09.2021 15:46 Uhr

Weil er zwei Überfälle sowie Tritte und Schläge gegen seine schwangere Freundin organisiert hatte, ist ein 26 Jahre alter Mann auch in zweiter Instanz zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Allerdings fällt das Urteil etwas milder aus.

In erster Instanz war der Mann vom Amtsgericht Hamburg-St. Georg zu einer Haftstrafe von drei Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Das Hamburger Landgericht hielt jetzt eine Haftstrafe von drei Jahren für angemessen.

Nach Auffassung des Gerichts hat der 26-Jährige im Oktober 2019 und im April 2020 jeweils einen Überfall auf seine Freundin organisiert. Ein Komplize hat dabei nachts in einem Park die Schwangere mehrfach geschlagen und in den Bauch getreten. Zum Teil soll der Angeklagte auch selbst zugeschlagen haben. Später hat er sich zudem mit selbst beigefügten Schnitten durch eine Glasscherbe als Opfer inszeniert. Ziel der Attacken war demzufolge, das ungeborene Kind zu töten.

"Taten, die niederträchtig und gemein gewesen sind"

"Was sprach gegen Sie? Auf jeden Fall diese Art der Taten, die niederträchtig und gemein gewesen sind", sagte der Vorsitzende Richter bei der Urteilsbegründung am Dienstag. Zuvor hatte der Angeklagte die Berufung auf Anraten der Kammer nur auf das Strafmaß beschränkt. Das ist gleichbedeutend mit einem Geständnis.

Bei dem ersten Angriff war die junge Frau in der neunten Woche schwanger, beim zweiten im achten Monat. Der gemeinsame Sohn des Paars kam einen Tag nach dem zweiten Angriff per Notkaiserschnitt mit einem Geburtsgewicht von rund 1.850 Gramm auf die Welt. Das Kind ist der Mutter zufolge wohlauf.

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Justitia © dpa

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 14.09.2021 | 19:30 Uhr

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