Angriffe auf Schwangere: Angeklagte schweigen

Stand: 19.04.2021 15:29 Uhr

Wegen zweier Angriffe auf eine schwangere junge Frau hat am Montag ein Prozess vor dem Amtsgericht Hamburg-St. Georg begonnen. Angeklagt sind der ehemalige Partner der Frau und ein weiterer Mann.

Zum Auftakt des Prozesses wollten die beiden 26 Jahre alten Angeklagten keine Angaben zu den Vorwürfen machen. Ihnen wird gemeinschaftlicher versuchter Schwangerschaftsabbruch in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung vorgeworfen.

Einer der beiden Angeklagten ist der ehemalige Partner der Frau. Der 26-Jährige soll versucht haben, das ungeborene Kind seiner damals 17 Jahre alten Freundin zu töten. Bei zwei Gelegenheiten, am 27. Oktober 2019 und am 13. April 2020, habe er mit jeweils einem Mittäter Angriffe auf seine schwangere Freundin inszeniert, damit diese das gemeinsame Kind verliert, erklärte die Staatsanwältin.

Notkaiserschnitt nach zweitem Angriff

Beim zweiten Angriff, an dem der Mitangeklagte beteiligt gewesen sein soll, bekam die im achten Monat Schwangere nach einer Vielzahl von Tritten und Schlägen in den Bauch vorzeitige Wehen. Es habe ein Notkaiserschnitt gemacht werden müssen, sagte die Staatsanwältin. Die vorzeitige Geburt sei für Mutter und Baby lebensbedrohlich gewesen. Das Kind erlitt nach Angaben eines Gerichtssprechers jedoch keine bleibenden Schäden.

Die heute 18-Jährige sagte als Zeugin vor Gericht über den Angriff: "Ich dachte, ich sterbe. Der schlägt und schlägt und schlägt - und mein Freund macht mit." Die beiden seien seit zwei Jahren ein Paar gewesen. Als sie schwanger geworden sei, sei ihr Partner ein anderer Mensch geworden, sagte die junge Frau. Er soll versucht haben, sie zur Abtreibung zu überreden. Sie aber wollte das Kind bekommen.

Der Vater sitzt wegen Verdunkelungsgefahr in Untersuchungshaft. Das Gericht hat zwei weitere Verhandlungstermine für den 26. und 29. April angesetzt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 19.04.2021 | 15:00 Uhr

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