Stand: 17.02.2020 10:41 Uhr

Amt für Grundsicherung: Mitarbeiter schlagen Alarm

Immer mehr Betreuungsfälle auf dem Schreibtisch und ein Computerprogramm, das die Arbeit erschwert statt sie zur erleichtern. So sieht der Alltag in den Ämtern für Grundsicherung und Eingliederungshilfe in den sieben Hamburger Bezirken aus. Nun schlagen dort die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Alarm, die Menschen betreuen, die nicht arbeiten können oder dürfen.

Zu viele Fälle für zu wenig Mitarbeiter

Insgesamt arbeiten in den betroffenen Ämtern rund 900 Menschen. Im Gespräch mit NDR 90,3 sagte Thomas Auth-Wittke, Personalrat im Bezirk Bergedorf, dass es eigentlich etwa ein Drittel mehr sein müssten. Anders sei der Lage nicht mehr Herr zu werden.

160 Kundinnen und Kunden pro Person seien zu schaffen, sagte Esther Rönn aus dem Personalrat im Bezirk Hamburg-Nord. Üblich seien mittlerweile jedoch zwischen 240 und 400 Fälle. So viele Fälle lägen aber bei den einzelnen Kolleginnen und Kollegen auf dem Tisch. "Die sind irgendwann am Ende", sagte Rönn. "Ich höre von dramatischen Zuständen, von Kollegen, die auf dem Weg morgens zur Arbeit zusammenbrechen. Von Kollegen, die vor ihrem Computer sitzen und ihr Passwort nicht mehr kennen. Oder die privat überhaupt nicht mehr einzusetzen sind."

Sozialbehörde verweist auf Schulungen

Das im vergangenen Sommer eingeführte Computerprogramm Prosoz hätte alles noch schlimmer gemacht, schildern einzelne Mitarbeiternde. Erst hätte die Umstellung für Verzögerungen gesorgt und jetzt sei die Bearbeitung umständlicher als vorher. Dazu heißt es von der zuständigen Sozialbehörde, für die umstrittene Software gebe es Schulungen und Support. Seit 2018 habe sie mehrere Maßnahmen zur personellen Verstärkung der Ämter in die Wege geleitet.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 17.02.2020 | 07:00 Uhr

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