Stand: 18.09.2017 14:03 Uhr

Altona: Kein Radweg am Hamburger Elbstrand

Der umstrittene Elbe-Radweg in Hamburg-Övelgönne ist vom Tisch. Mit fast 80 Prozent der abgegebenen Stimmen war die klare Mehrheit der Teilnehmer des Bürgerentscheids in Altona gegen das Projekt. Damit steht seit Sonntagabend fest: Sämtliche Planungen für einen befestigten Weg für Radfahrer zwischen dem Museumshafen und dem Hans-Leip-Ufer am Schröders Elbpark werden eingestellt. Das bestätigte direkt nach der Auszählung der etwa 81.000 Stimmzettel die Altonaer Bezirksamtsleiterin Liane Melzer. Die Abstimmungsbeteiligung lag laut Bezirksamt bei rund 40 Prozent.

Vorschläge von zwei Initiativen

Bei dem Bürgerentscheid ging es um die Vorschläge zweier Initiativen. "Elbstrandweg für alle!" setzte sich für einen drei Meter breiten Weg auf dem Strand ein. Dieser Weg solle für alle offen sein, Fußgängern solle allerdings Vorrang eingeräumt werden, so ihr Vorschlag. Gegen diese Pläne war die Initiative "Elbstrand retten!". Sie hielt das Projekt für unsinnig und mit geschätzten zwei Millionen Euro zu kostspielig - genau wie 79,38 Prozent der abstimmenden Bürger. Die Gegeninitiative "Elbstrandweg für alle!" bekam nur 28,79 Prozent der Stimmen. Dass die Ja-Stimmen beider Seiten zusammengenommen nicht 100 Prozent ergeben, liegt daran, dass die Altonaer bei beiden Initiativen mit Ja oder Nein stimmen konnten.

Tjarks: Ergebnis ist eindeutig

Insgesamt waren etwas mehr als 200.000 Wahlberechtigte aufgerufen, ihre Stimme für oder gegen den Elbe-Radweg abzugeben. Bei der siegreichen Bürgerinitiative "Elbstrand retten!" wird das Ergebnis des Bürgerentscheids gefeiert. Anjes Tjarks, Vorsitzender der Grünen-Bürgerschaftsfraktion und Wahlkreisabgeordneter aus Altona, gratulierte der Initiative "Elbstrand retten!" zu ihrem Erfolg. "Das Ergebnis ist eindeutig und das Entscheidende ist, dass es respektiert wird. Das bedeutet, dass dort kein Radweg gebaut wird", erklärte er.

In zwei Jahren neue Abstimmung?

Über das Thema eines Bürgerentscheids darf frühestens nach zwei Jahren ein neues Bürgerbegehren starten. Genau das aber überlegt die unterlegene Bürgerinitiative "Elbstrand für alle". Sprecherin Samina Mir sagte zu NDR 90,3: "Die Probleme sind nicht vom Tisch. So ein Bürgerentscheid hat für zwei Jahre bindende Wirkung. Und das Thema wird wieder auf den Tisch kommen, solange es keine attraktiven Alternativen gibt." Altonas SPD-Fraktionschef Thomas Adrian ist da skeptisch. Er fühle sich politisch an das eindeutige Ergebnis gebunden. CDU, FDP, Linke und AFD waren schon immer gegen einen Radweg in Övelgönne. Als Alternative bleibt nun nur ein Radstreifen auf der Elbchaussee.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 18.09.2017 | 15:00 Uhr

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