Stand: 30.04.2018 13:21 Uhr

Alsterdorf: Angst vor Schäden durch Flugzeuge

Nachdem innerhalb weniger Tage im Hamburger Stadtteil Alsterdorf zwei Dächer durch Flugzeuge beschädigt wurden, fordern Anwohner einen Stopp der Flüge über dicht besiedeltes Gebiet. Es sei eine Gefahr, wenn Dachziegel herumgewirbelt werden, so die Initiative Fluglärmschutz Hamburg.

Große Verunsicherung und Angst herrschen bei vielen Bewohnern in Alsterdorf, wie Vereinschef Rainer Köncke NDR 90,3 sagte. Zweimal hatten landende Flugzeuge Dächer in der Alsterdorfer Gartenstadt beschädigt - durch sogenannte Wirbelschleppen. Es sei eine neue Stufe der gesundheitlichen Beeinträchtigung erreicht, die landenden Maschinen würden teils nur noch in rund 150 Metern Höhe fliegen.

Flughafen lehnt Forderungen ab

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Hamburg Journal

Flugzeuge decken bei Überflug Hausdächer ab

27.04.2018 19:30 Uhr
Hamburg Journal

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage hat ein landendes Flugzeug ein Hausdach beschädigt. Verantwortlich sind Luftverwirbelungen, die vor allem von großen Maschinen verursacht werden. Video (02:17 min)

Köncke appelliert an die Stadt als Miteigner des Flughafens, niedrige Landeanflüge über dicht bewohntes Gebiet einzustellen. Diese Forderung lehnt der Flughafen ab. "Angesichts der Wind- und Wetterverhältnisse brauchen wir alle vier Richtungen für Starts und Landungen", sagte Airport-Sprecherin Stefanie Harder. Zudem müsse es - etwa bei Bauarbeiten - eine Ausweichmöglichkeit geben. Aktuell ist wegen der Sanierung des Vorfelds am Flughafens die Start- und Landebahn zwischen Langenhorn und Niendorf verkürzt. Deshalb schweben deutlich mehr Flugzeuge über die Innenstadt und Alsterdorf ein als sonst.

Über das gesamte Jahr verteilt fliegen nur etwa drei Prozent aller Flugzeuge über Alsterdorf. Ende Mai wird routinemäßig für zwei Wochen eine Bahn komplett gesperrt, dann nimmt der Flugverkehr über Alsterdorf noch einmal zu.

Fünf Fälle pro Jahr - Airport zahlt

Die beiden beschädigten Dächer in Alsterdorf sind laut Flughafen die einzigen seit Jahresbeginn. Im Schnitt gebe es etwa fünf Fälle im Jahr, meistens in Langenhorn. Der Airport übernimmt die Kosten für die Reparatur. Falls sich die Fälle häufen sollten, will der Flughafen ein eigenes Programm prüfen - ähnlich wie in Frankfurt, wo mehrere Tausend Hausdächer in der Anflugschneise besonders gesichert wurden gegen Wirbelschleppen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 30.04.2018 | 13:00 Uhr

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