Stand: 13.04.2020 10:14 Uhr  - NDR Fernsehen

Alltag für Obdachlose durch Corona noch schwieriger

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Manche Obdachlose bekommen in Zeiten der Corona-Krise weniger Spenden, weil weniger Passanten unterwegs sind.

Für manche Hamburgerinnen und Hamburger, die keine eigene Bleibe haben und auf der Straße oder in Notunterkünften übernachten, bringt die Corona-Pandemie große Schwierigkeiten mit sich. Einige Obdachlose berichten davon, dass sie immer weniger Geld- oder Sachspenden bekommen, weil dieser Tage deutlich weniger Passanten und Touristen in Hamburg unterwegs sind.

Weniger Ernährungsangebote für Obdachlose

Außerdem haben viele Restaurants geschlossen, in denen sie sonst eine Mahlzeit bekommen. Nur noch an wenigen Orten wird Essen an Obdachlose ausgegeben. Hinzu kommt, dass das Gesundheitsmobil derzeit nicht fährt, wie das NDR Fernsehen am Ostersonntag berichtete. An den noch geöffneten Essensausgaben müssen die Bedürftigen beim Stehen in der Warteschlange die Abstandsgebote einhalten.

Aggressivität in Notunterkünften nimmt zu

Darüber hinaus erzählen einige Obdachlose von zunehmenden Spannungen in den Unterkünften. Die Aggressivität und auch die Gewalt unter den Bewohnern, die teils auf engem Raum zusammen leben, würden steigen. Sowohl an den Schlafplätzen, als auch auf der Straße sei es schwierig, den geforderten Abstand einzuhalten. Seit einigen Tagen bieten immerhin einige Hamburger Hotels Zimmer für Obdachlose an, finanziert durch Spenden. Parallel dazu steigt die Hilfsbereitschaft vieler Hamburgerinnen und Hamburger: Passanten hängen Spenden für Obdachlose an Gabenzäune, um Menschen auf der Straße zu unterstützen.

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Dieses Thema im Programm:

12.04.2020 | 19:30 Uhr

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