Stand: 05.03.2019 16:09 Uhr

Alarmierender Rückgang der Stintbestände

In der Elbe rund um Hamburg werden immer weniger Stinte gefangen. Fischer und Forscher der Universität Hamburg schlagen jetzt Alarm - und warnen davor, dass das Ökosystem zusammenbrechen könnte. Denn: Der Stint ist nicht nur ein beliebter Speisefisch, er ist auch wichtige Nahrungsquelle für größere Fische, Schweinswale und Vögel.

Geangelter Stint liegt an Bord.

Stintbestand in der Elbe sinkt

Hamburg Journal -

Es gibt ihn zwar noch, aber er ist rar geworden: Der Stintbestand in der Elbe geht zurück. Für die letzten Elbfischer ist das existenzgefährdend. Woher kommt der Schwund?

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Elbfischer sind in Sorge

2018 sei schon das schlechteste Stintjahr seit Generationen gewesen, so Elbfischer Lothar Buckow aus Jork zu NDR 90,3. Und in diesem Jahr lägen die Fänge sogar nur noch bei einem Drittel dessen, was im vergangenen Jahr in die Reusen ging. Buckow besitzt 150 Reusen, seine Ausbeute am Dienstagmorgen: ganze zehn Kilogramm Stint. Vor wenigen Jahren seien es noch 300 Kilo gewesen.

Ähnlich geht es auch den beiden anderen verbliebenen Elbfischern zwischen Cuxhaven und Geesthacht. Sie schätzen, dass in diesem Jahr wahrscheinlich zusammen nur noch 20 Tonnen Stint in der Elbe gefangen werden. Vor fünf Jahren wären es mehr als zehnmal so viel gewesen.

Elbvertiefung ist mit verantwortlich

Umweltschützer, aber auch Biologen der Universität Hamburg machen vor allem die letzte Elbvertiefung für den Rückgang der Bestände verantwortlich. Im Sommer bildeten sich immer häufiger Sauerstofflöcher. Durch das Schlickbaggern werde das Wasser der Elbe zudem trüber, so Manfred Braasch von der Umweltschutzorganisation BUND.

Kraftwerk Moorburg war ein Problem

Eine Analyse der Umweltbehörde macht auch die Kühlung des Kraftwerks Moorburg mit dafür verantwortlich, dass die Zahl der Stinte stark zurückgeht. Inzwischen darf die Anlage nicht mehr mit Elbwasser gekühlt werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 05.03.2019 | 16:00 Uhr

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