Ein Airbus-Techniker arbeitet in einem Rumpfsegment in der neuen Strukturmontage der Airbus A320 Familie in Hangar 245 im Airbus Werk in Finkenwerder. © picture alliance/dpa Foto: Christian Charisius

Airbus: Keine betriebsbedingten Kündigungen bis Ende März

Stand: 13.10.2020 13:26 Uhr

Der Flugzeugbauer Airbus will bis März 2021 keine betriebsbedingten Kündigungen aussprechen. Die Tarifverhandlungen laufen weiter.

Airbus verzichtet bis Ende März kommenden Jahres auf betriebsbedingte Kündigungen, wie der Flugzeugbauer am Montag mitteilte. Bis dahin will die Geschäftsführung Gewissheit darüber, wie viele Airbus-Beschäftigte das Unternehmen freiwillig verlassen. Darüber wurden die Belegschaften in Hamburg, Bremen und den weiteren Standorten nun informiert.

Laut Arbeitsdirektor Marco Wagner soll es für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ab 58 Jahren eine Abfindung geben. Er hoffe, das möglichst viele Beschäftigte das Angebot annehmen. Die genaue Höhe wurde noch nicht genannt. Außerdem plant Airbus eine Transfergesellschaft, in der Beschäftigte umgeschult und weiterqualifiziert werden können.

Erholung durch A320-Familie?

Für die Zeit ab April 2021 will die Geschäftsführung betriebsbedingte Kündigungen jedoch nicht ausschließen, falls nicht genügend Beschäftigte den Konzern freiwillig verlassen. Airbus rechnet derzeit aber damit, dass sich das Geschäft für die A320-Familie bis in zwei Jahren erholt und hofft, bis dahin möglichst viele Kräfte auch über die Kurzarbeit halten zu können.

3.200 in Norddeutschland bedroht

Sophia Kielhorn, Vorsitzende des Betriebsrats, spricht auf einer Demonstration gegen betriebsbedingte Kündigungen in Hamburg-Finkenwerder zu den der Airbus-Mitarbeitern. © dpa Foto: Ulrich Perrey
Betriebsräte und Gewerkschaft kämpfen um die 3.200 Jobs im Norden.

Seit gut zwei Wochen laufen die Verhandlungen über die Zukunft von rund 3.200 Jobs in Norddeutschland. In Hamburg inklusive Buxtehude und Fuhlsbüttel sind Airbus-Angaben zufolge 2.325 Stellen bedroht, in Bremen 445, in Stade 365 und an weiteren Standorten 40 Stellen. Weltweit will Airbus 15.000 Stellen abbauen. Durch die Corona-Krise waren die Bestellungen für neue Flugzeuge eingebrochen.

IG Metall: Kurzarbeit statt Kündigungen

Die IG Metall will den Jobabbau verhindern und hatte bereits mit einem Aktionstag an den Airbus-Standorten im Norden zusammen mit Beschäftigten und Betriebsräten gegen drohende Kündigungen protestiert. Sie setzt zur Bewältigung der Krise auf Kurzarbeit und eine Vier-Tage-Woche mit Aufstockung. Außerdem solle Airbus nicht bei den Auszubildenden kürzen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 12.10.2020 | 19:00 Uhr

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