Stand: 29.06.2020 20:36 Uhr

Airbus: Gewerkschaft fordert Klarheit über Kürzungen

Die Gewerkschaft IG Metall Küste fordert vom Airbus-Konzern schnell Klarheit über geplante Kürzungen aufgrund der Corona-Krise. Airbus-Chef Guillaume Faury hatte der Zeitung "Die Welt" gesagt, dass die Produktion für zwei Jahre um 40 Prozent gedrosselt werden soll. Außerdem sollen Tausende Arbeitsplätze gestrichen werden. 

Auch Hamburger Erfolgsmodelle werden ausgebremst

Airbus-Techniker arbeiten an einem Rumpfsegment. © picture alliance/dpa Foto: Christian Charisius
Welche Konsequenzen die Corona-Krise für die rund 12.000 Beschäftigten im Airbus-Werk in Hamburg ergeben, ist noch unklar.

"Wir sind mit allen in die Krise hineingegangen und wollen auch mit allen wieder herauskommen", sagte Gewerkschaftssekretär Carsten Bremer NDR 90,3. Sprich: Auch wenn Airbus in den kommenden Jahren weniger zu tun hat, sollten nicht in großem Stil Stellen abgebaut werden. Airbus will zwar keine der Endmontagelinien schließen, aber insgesamt die Produktion bremsen - und das auch für die Erfolgsmodelle aus der A320-Familie, die zu einem großen Teil in Hamburg gebaut werden. Die Gewerkschafter erhoffen sich in den kommenden Tagen mehr Klarheit, wenn Gespräche mit der Unternehmensführung angesetzt sind.

Hoffnung auf frühes Hochfahren der Produktion in Hamburg

Bremer geht wie viele Luftfahrtexperten davon aus, dass die eher kleineren Flugzeugmodelle früher wieder benötigt werden als Langstreckenjets. Und dann könnte die Produktion in Hamburg eventuell früher wieder gesteigert werden als an anderen Standorten. Die IG Metall Küste appelliert an den Bund, die gesetzliche Kurzarbeit von derzeit zwölf auf 24 Monate zu verlängern. Eine weitere Idee: Die noch vorhandene Arbeit bei Airbus sollte auf möglichst viele Schultern verteilt werden - damit im Gegenzug die Arbeitszeit für alle verkürzt wird.

Fertige Maschinen werden nicht abgeholt

Airbus hat wegen der Corona-Pandemie in den vergangenen Monaten seine Produktion weltweit schon stark gedrosselt. Viele Airlines holen fertig gebaute Maschinen aktuell nicht ab, in den Airbus-Werken wird angesichts geparkter neuer Flugzeuge der Platz knapp. Außerdem bleiben neue Bestellungen aus.

Weitere Informationen
Sabine Boeddinghaus, die Fraktionschefin der Hamburger Linken © dpa Foto: Markus Scholz

Boeddinghaus hofft auf "kluge Lösungen" bei Airbus

Flugzeugbauer Airbus muss massiv sparen. Hamburgs Linken-Fraktionschefin Sabine Boeddinghaus hofft im Interview mit NDR 90,3, dass es nicht zu Kündigungen in Hamburg kommt. Und sie übt Kritik an Andy Grote. (29.06.2020) mehr

Jemand macht eine Strichliste neben der Abbildung von Viren. © picture alliance, panthermedia Foto: Image Broker

Corona-News-Ticker: Sieben-Tage-Inzidenz sinkt unter 100

Erstmals seit dem 20. März unterschreitet der bundesweite Wert nach RKI-Angaben wieder die kritische Grenze. Mehr News im Ticker. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 06.06.2020 | 09:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

Eine medizinische Maske hängt in einem Klassenzimmer an einem Pult. © picture alliance/Eibner-Pressefoto/Fleig Foto: Fleig

Corona: Hamburg bereitet sich auf Impfungen für Schüler vor

Die Stadt möchte möglichst zu Beginn der Sommerferien auch Schülerinnen und Schüler gegen Corona impfen. mehr