Stand: 01.09.2020 17:36 Uhr

Abfragen von Polizeicomputern: Aufklärung gefordert

Im Fall der Datenabfragen von Hamburger Polizeicomputern verlangt der Datenschutzbeauftragte der Hansestadt, Johannes Caspar, jetzt Aufklärung. Hintergrund sind rechtsextreme Drohschreiben mit dem Absender "NSU 2.0".

Im Juni hatte eine Kolumnistin der Zeitung "taz" in einem umstrittenen Text alle Polizisten auf die Müllhalde gewünscht. Kurz darauf erhielt sie zahlreiche Drohungen, darunter auch eine mit "NSU 2.0" unterschriebene E-Mail. Wer dahintersteckt, ist bis heute unklar. Später stellte sich heraus: Die persönlichen Daten der Autorin waren auch von Hamburger Polizeicomputern abgerufen worden.

Polizeibeamte offenbar über Journalistin verärgert

Nach Informationen von NDR 90,3 sind dafür zwei Beamte verantwortlich, die an unterschiedlichen Wachen Dienst haben und die "taz"-Journalistin offenbar aus Verärgerung selbst anzeigen wollten. Als sie später erfuhren, dass eine Polizeigewerkschaft bereits Anzeige erstattet hatte, ließen sie von ihrem Vorhaben ab.

Caspar fordert vollständige Aufklärung

Polizeisprecherin Sandra Levgrün erklärte, die beiden Kollegen seien bereits befragt worden, es gebe keine Hinweise darauf, dass die Daten auch weitergegeben wurden. Der Hamburgische Datenschutzbeauftragte Caspar sagte, polizeiliche Befugnisse dürften nicht missbraucht werden. Er forderte eine vollständige Aufklärung.

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Der Schatten einer Hand liegt über einer Tastatur. © fotolia.com Foto:  Feng Yu

Rechte Drohschreiben: Verdächtige Abfragen auch in Hamburg

Neue Ermittlungen zu Drohschreiben des NSU 2.0: Nach Recherchen von WDR und SZ sollen auch in Hamburg persönliche Daten von Betroffenen über Polizeicomputer abgefragt worden sein. Mehr bei tagesschau.de. (26.08.2020) extern

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 01.09.2020 | 17:00 Uhr

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