Stand: 27.06.2020 19:30 Uhr

Aal-Taxi soll bedrohter Art helfen

Er gehört zum Norden dazu - und er ist vom Aussterben bedroht: der Europäische Aal. Um mehr als 90 Prozent ist der Bestand des Fischs in den letzten Jahrzehnten geschrumpft. Neben der Überfischung in der Ostsee, ist ein Grund dafür, dass der Wanderfisch am Wandern gehindert wird. Sperrwerke und Auenlandschaften, die für den Schiffsverkehr umgeformt werden, machen den Weg von den europäischen Küsten bis zu den Laichgründen in der Sargassosee in der Nähe der Bahamas unpassierbar - sowohl für junge, stromaufwärts­schwimmende Aale als auch für stromabwärts wandernde Fische.

Fischereibiologen vom Anglerverband wollen dem Aal nun zumindest lokal helfen. Von Juni bis Oktober sammeln sie alle zwei Tage die Fische aus der Bille, um sie in der Elbe wieder freizulassen. Es geht sozusagen per Fischtaxi zur Fortpflanzung. "Je lockerer man sie nimmt, desto besser funktioniert es. Man darf die gar nicht fest packen, weil sonst kommt da Widerstand - und manchmal gewinnt dann auch der Aal", sagt Elena Hauten, Studentin der Fischereibiologie und Helferin bei der Aktion.

Das Ganze läuft seit 2017 als Schutzprogramm zum Aal-Erhalt. Hamburg zahlt rund 90.000 Euro für die auf fünf Jahre angelegte Aktion - finanziert aus der Fischereiabgabe.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 27.06.2020 | 19:30 Uhr

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