40 Jahre Greenpeace Deutschland: In Hamburg fing alles an

Stand: 13.10.2020 20:01 Uhr

40 Jahre Greenpeace Deutschland. Das sind 40 Jahre voller spektakulärer Aktionen und vor allem Bilder. Das Ziel, damals wie heute: Öffentlichkeit schaffen für Probleme rund um das Thema Umwelt.

Erstmals gelang das auf deutschem Boden mit der Besetzung des Schlots der Chemiefabrik Boehringer in Hamburg-Billbrook. Zwei Aktivisten rollten damals ein Transparent aus, um auf den ungebremsten Ausstoß von Dioxin und anderen Umweltgiften aufmerksam zu machen. Die Tagesschau berichtete und die Geschichte von Greenpeace nahm ihren Lauf. Aus der kleinen Bürgerinitiative ist im Laufe der Jahre ein regelrechter Umweltkonzern mit hunderttausenden Unterstützern geworden.

Greenpeace: Klimawandel größte Herausforderung

Der Eingang der Greenpeace-Zentrale in der Hafencity in Hamburg © dpa Foto: Bodo Marks
In den Elbarkaden in der Hamburger Hafencity hat die Umweltschutzorganisation Greenpeace ihre Deutschland-Zentrale.

Einer der größten Erfolge für die Organisation sei gewesen, dass man den Ölkonzern Shell in die Knie gezwungen habe, sagte Greenpeace-Geschäftsführer Martin Kaiser im NDR Hamburg Journal. Wegen vieler Aktionen von Aktivistinnen und Aktivisten habe Shell seine Ölplattform "Brent Spar" damals nicht in der Nordsee versenken können. Heute seien der Kampf gegen die Klimakrise und der Verlust der Artenvielfalt die große Herausforderung. "Wir spüren es überall, wenn wir in die Landwirtschaft gucken mit den Dürren. Aber auch unsere Wälder sterben, weil nicht mehr genug Wasser da ist", so Kaiser.

Zügiger Umbau zur Elektromobilität gefordert

Die Politik habe inzwischen aber verstanden, dass sie mehr tun muss und ökologische Grenzen eingehalten werden müssen. Die Corona-Pandemie könne eine Chance sein, sagte der Greenpeace-Geschäftsführer. Denn es zeige sich, dass gar nicht mehr so viele Flüge gebraucht würden. Die Automobilindustrie, die 20 Jahre die Umstellung auf Elektromobilität verzögert habe, müsse nun aktiv den Umbau angehen. Aufgabe der Politik sei es, die Weichen so zu stellen, "damit jeder Cent nur noch in die Zukunft investiert wird und nicht mehr in die fossile Vergangenheit", so Kaiser.

Fridays for Future den Boden bereitet

Greenpeace habe in den vergangenen 40 Jahren den Boden für eine Gesellschaft bereitet, die sich der Umweltprobleme bewusst ist. Dadurch könne die junge Generation heute mehr Einsatz für den Umwelt- und Klimaschutz so vehement einfordern, sagte Kaiser mit Blick auf die Proteste von Fridays for Future. Greenpeace erhielt im vergangenen Jahr allein in Deutschland mehr als 70 Millionen Euro an Spenden. Das Geld wird vor allem im Kampf gegen den Klimawandel eingesetzt.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 13.10.2020 | 19:30 Uhr

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