Stand: 13.11.2018 18:19 Uhr

1,7 Millionen veruntreut: Bewährung für Banker

Das Amtsgericht Barmbek hat am Dienstag einen früheren Haspa-Mitarbeiter zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Der 44-Jährige hatte einen Millionenbetrag veruntreut, um seine Spielsucht zu befriedigen.

"Ich bereue meine Taten zutiefst"

Zuvor hatte er ein Geständnis abgelegt. "Ich bereue meine Taten zutiefst", sagte er. Es tue ihm sehr leid. Der stellvertretende Leiter einer Haspa-Fililae in Steilshoop hatte in der Zeit von 2013 bis 2015 insgesamt 85 Konten für erfundene Personen angelegt. Anschließend gewährte er den angeblichen Kontoinhabern im Rahmen seiner Verfügungsmacht Dispositionskredite und Privatdarlehen. Danach transferierte er insgesamt mehr als 1,7 Millionen Euro auf zwei Privatkonten bei einer Bank in München.

Staatsanwältin plädierte auf Freispruch

Für seine Taten stand eine lange Gefängnisstrafe im Raum, doch zur Überraschung aller plädierte die Staatsanwältin auf Freispruch, weil der 44-Jährige spielsüchtig ist. Er hatte mit Wertpapieren gezockt, auf steigende oder sinkende Dax-Kurse gewettet. Mal gewann er, meistens verlor er Geld. Um seine Schulden zu begleichen, veruntreute er schließlich das Haspa-Geld und zahlte es sich selbst aus. "Ich habe komplett die Kontrolle verloren," so der Angeklagte.

Der psychiatrische Sachverständige sagte, der 44-Jährige sei wegen seiner Suchterkrankung eingeschränkt schuldfähig, wenn nicht sogar schuldunfähig. So weit ging die Kammer aber nicht: "Wir können uns nicht vorstellen, dass Sie gar nicht anders konnten als so zu handeln," sagte der Richter. Er richtete auch kritische Worte an die Haspa: In der Filiale habe es keinerlei Kontrolle gegeben, es sei dem Angeklagten alles unglaublich leicht gemacht worden. Der 44-Jährige war inzwischen in einer Therapie und hat einen neuen Job in Mainz.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 13.11.2018 | 18:00 Uhr

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