Stand: 13.09.2020 06:26 Uhr

1.000 Menschen demonstrieren für Rechte von Flüchtlingen

Eine Frau in Hamburg hält auf einer Kundgebung gegen die deutsche Flüchtlingspolitik ein Schild mit der Aufschrift «Aufnahme der Geflüchteten aus Moria sofort». © picture alliance / dpa Foto: Markus Scholz
Viele Demonstrierende forderten eine schnelle Aufnahme von Flüchtlingen aus dem Lager Moria auf der griechischen Insel Lesbos.

Auf dem Rathausmarkt haben am Sonnabendnachmittag etwa 1.000 Menschen für die Rechte von Flüchtlingen und gegen Rassismus demonstriert. Ursprünglich hatte die Polizei mit 4.000 Menschen gerechnet. Aufgerufen hatten mehrere Gruppen - unter anderem die Initiative "Seebrücke Hamburg", der Flüchtlingsrat und die Gruppe "Lampedusa in Hamburg".

Die Demonstration stand unter dem Motto "Bring back the Lampedusa Tent". Es ging zunächst um die Forderung nach Wiederaufbau eines von Lampedusa-Flüchtlingen seit 2013 als Dauermahnwache genutzten und Ende März vom Bezirk Hamburg-Mitte zwangsweise abgebaut und stand unweit des Hauptbahnhofs. Kurzzeitig stand ein neues Zelt während der Demonstration - nach ein paar Minuten musste es nach Aufforderung der Polizei aber wieder abgebaut werden.

Forderung: Mehr Flüchtlinge aufnehmen

Eine große Rolle auf der Demonstration spielt - nach dem Feuer im Flüchtlingslager Moria - aber auch der Umgang mit Geflüchteten auf den griechischen Inseln. Die Initiatoren der Demo forderten, deutlich mehr Flüchtlinge in Deutschland aufzunehmen als geplant. So meinte ein Sprecher der Gruppe "Seebrücke Hamburg", dass mindestens 1.000 Flüchtlinge aus Moria nach Hamburg geholt werden sollen.

Demonstrationszug durch die Innenstadt

Die Demonstration startete gegen 14 Uhr mit einer Kundgebung am Rathausmarkt. Anschließend zog der Demonstrationszug über die Mönckebergstraße und am Hauptbahnhof vorbei bis zum Steindamm, dem ehemaligen Standort des Lampedusa-Zelts. Dort gab es eine Abschlusskundgebung. Gegen 17 Uhr hatten die meisten Teilnehmer die Kundgebung bereits verlassen. Für die Demonstration hatte die Polizei einige Straßen rund um den Rathausmarkt gesperrt. Die Polizei sprach von einem störungsfreien Verlauf.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 12.09.2020 | 17:00 Uhr

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