Stand: 14.02.2019 12:00 Uhr

A380 - das größte Passagierflugzeug der Welt

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Der zweistöckige Airbus A380 ist das größte Passagierflugzeug der Welt - die Produktion läuft aber nur noch bis 2021.

Der Flugzeubauer Airbus verabschiedet sich langsam von seinem Sorgenkind. Die Produktion des Riesenjets A380 läuft nur noch bis 2021, wie das Unternehmen im Februar 2019 mitteilte. Dabei war das Flugzeug einst der ganze Stolz des europäischen Konzerns: Der A380 ist das bislang größte Flugzeug in der Geschichte der zivilen Luftfahrt. Das Flugzeug mit vier Triebwerken und einer Spannweite von 79,8 Metern kann 15.200 Kilometer ohne Zwischenlandung zurücklegen - also Nonstop-Verbindungen zwischen den wichtigsten Drehkreuzen in Europa, Nordamerika und Asien bewältigen. Aber die zuletzt geringe Nachfrage besiegelte das Aus.

Lufthansa: Ein herausragendes Flugzeug

Das Dilemma des Riesenjets bringt Lufthansa-Chef Carsten Spohr auf den Punkt: Spohr bezeichnete den Riesenflieger A380 als "herausragendes Flugzeug", wies aber zugleich auf die eingeschränkte Wirtschaftlichkeit hin. Ein profitabler Einsatz des A380 sei "nur auf den extrem nachgefragten Strecken möglich", sagte Spohr. Nichtsdestotrotz sei das Flugzeug eine "Meisterleistung" aus Europa. "Unsere Kunden und auch unsere Crews lieben das Flugzeug."

Der Chef der Fluggesellschaft Qatar Airways, Akbar Al-Baker, stellte dem A380 ein schlechtes Zeugnis aus. Der Riesenjet sei einfach zu schwer, weil seine Tragflächen für die nie gebaute Langversion ausgelegt seien.

Das Cockpit liegt zwischen den beiden Ebenen

Das 72,7 Meter lange Großraumflugzeug mit einem maximalen Startgewicht von 575 Tonnen ist zweistöckig, mit Sitzen auf beiden Etagen. Das Cockpit befindet sich zwischen den Ebenen. In der Basisversion der Maschine finden insgesamt 555 Fluggäste Platz, in der Ausführung für die Lufthansa gibt es auf den zwei Decks Sitze für insgesamt 526 Passagiere. First und Business Class befinden sich im Oberdeck, die Economy Class unten.

Bis zu 853 Plätze

Auf Wunsch können die Maschinen mit großzügigen Unterhaltungs- oder Schlafmöglichkeiten für Fluggäste ausgestattet werden. Mit engeren Stuhlreihen können die Maschinen bis zu 853 Menschen befördern.

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Hamburg kümmert sich um die Inneneinrichtung

Deutschland liefert das vordere und hintere Rumpfteil sowie das Seitenleitwerk. Cockpit, Flugsteuerung und Mittelteil kommen aus Frankreich. Großbritannien steuert die Tragflächen und Spanien das Heck bei. Zusammengebaut wird das Flugzeug im französischen Toulouse. Die Inneneinrichtung wird schließlich im Airbus-Werk Hamburg-Finkenwerder eingebaut, wo der Super-Jumbo auch lackiert wird.

In Norddeutschland gibt es insgesamt vier Airbus-Werke. Das größte mit rund 16.000 Beschäftigten befindet sich in Hamburg-Finkenwerder. Weitere Standorte sind Bremen, Stade und Buxtehude.

Negativ-Schlagzeilen kratzen am Image

Noch vor dem ersten Start macht das A380-Projekt Negativ-Schlagzeilen. Probleme mit der Elektronik und der Kabinen-Ausstattung führen dazu, dass der erste Riesenjet knapp zwei Jahre später als geplant ausgeliefert wird - im Oktober 2007. Aber auch in der Folgezeit läuft nicht alles rund. Im Jahr 2012 werden an Maschinen Haarrisse an Tragflächen entdeckt, 70 Flugzeuge müssen nachgerüstet werden. Ein Jahr später gibt es erneut Nachrichten von Rissen am Rumpf. Zudem kommt es vereinzelt zu Triebwerksproblemen.

"Viel Mühe, Geld und Schweiß hineingesteckt"

Im Jahr 2014 gibt es erste Spekulationen um ein baldiges Aus für den A380. Der damalige Airbus-Chef Fabrice Bregier weist dies noch vehement zurück. Es wäre "einfach nur verrückt" zu glauben, dass Airbus das A380-Programm aufgeben würde, so Bregier. Etwa fünf Jahre später verkündet dann Airbus-Konzernchef Tom Enders das Aus. Die Entscheidung sei schmerzhaft, man habe viel Mühe, Geld und Schweiß in den Passagierjet gesteckt, sagt Enders. "Aber im Geschäft dürfen wir unsere Entscheidung nicht auf Basis von Gefühlen oder Wünschen treffen, sondern basierend auf Fakten." Und die Fakten sprechen gegen eine Fortsetzung der A380-Produktion über das Jahr 2021 hinaus.

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Wie geht das? | 24.02.2016 | 18:15 Uhr

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