Stand: 06.06.2018 11:00 Uhr

A380 - das größte Passagierflugzeug der Welt

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Der zweistöckige Airbus A380 ist das größte Passagierflugzeug der Welt.

Der Airbus A380 ist das bislang größte Flugzeug in der Geschichte der zivilen Luftfahrt. Das vierstrahlige Flugzeug mit einer Spannweite von 79,8 Metern kann 15.400 Kilometer ohne Zwischenlandung zurücklegen - also nonstop Verbindungen zwischen den wichtigsten Drehkreuzen in Europa, Nordamerika und Asien bewältigen.

Das Cockpit liegt zwischen den beiden Ebenen

Das 72,7 Meter lange Großraumflugzeug mit einem maximalen Startgewicht von 575 Tonnen ist zweistöckig, mit Sitzen auf beiden Etagen. Das Cockpit befindet sich zwischen den Ebenen. In der Basisversion der Maschine finden insgesamt 555 Fluggäste Platz, in der Ausführung für die Lufthansa gibt es auf den zwei Decks Sitze für insgesamt 526 Passagiere. First und Business Class befinden sich im Oberdeck, die Economy Class unten.

Bis zu 853 Plätze

Auf Wunsch können die Maschinen mit großzügigen Unterhaltungs- oder Schlafmöglichkeiten für Fluggäste ausgestattet werden. Mit engeren Stuhlreihen können die Maschinen bis zu 853 Menschen befördern und damit als Massentransporter für Billigflieger eingesetzt werden.

Hamburg kümmert sich um die Inneneinrichtung

Deutschland liefert das vordere und hintere Rumpfteil sowie das Seitenleitwerk. Cockpit, Flugsteuerung und Mittelteil kommen aus Frankreich. Großbritannien steuert die Tragflächen und Spanien das Heck bei. Zusammengebaut wird das Flugzeug im französischen Toulouse. Die Inneneinrichtung wird schließlich im Airbus-Werk Hamburg-Finkenwerder eingebaut, wo der Super-Jumbo auch lackiert wird.

Halb so laut wie der Boeing-Jumbo 747

Als erstes Langstreckenflugzeug verbraucht der A380 nach Herstellerangaben pro Passagier und pro 100 Kilometer nur noch drei Liter Kerosin. Die Betriebskosten sollen rund 20 Prozent unter denen bisheriger Großraumflugzeuge liegen. Laut Airbus kann die A380 gut 40 Prozent mehr Passagiere transportieren als der Boeing-Jumbo 747 und ist dabei nur etwa halb so laut.

Negativ-Schlagzeilen kratzen am Image

Mehrfach machte das Projekt Negativ-Schlagzeilen mit Produktionsproblemen. Erst mit 18 Monaten Verspätung wird im Oktober 2007 der erste A380 an Singapore Airlines ausgeliefert. Im Jahr 2012 werden an aktiven Maschinen Haarrisse an Tragflächen entdeckt, 70 Flugzeuge müssen nachgerüstet werden. Ein Jahr später gibt es erneut Nachrichten von Rissen am Rumpf. Das Problem wird allerdings als weniger kritisch bewertet.

Wirbel um die Zukuft des Riesenfliegers

Mitte Dezember 2014 bringt der Airbus-Mutterkonzern ein mögliches Ende des weltgrößten Passagierflugzeugs ins Gespräch und verschreckt damit seine Anleger. Beim Flugzeugbauer selbst will man zu diesem Zeitpunkt von einem drohenden Aus nichts wissen. "Es ist sicher, dass wir die A380 eines Tages mit sparsameren Triebwerken versehen, und irgendwann wird es auch eine verlängerte Version des Flugzeugs geben", versichert Airbus-Flugzeugbauchef Fabrice Brégier.

Airbus hatte sich mehr erhofft

Bis Ende 2017 werden 317 der Riesenflieger geordert - dies bedeutet genau eine Neubestellung seit Dezember 2014. An Kunden wie Emirates, Singapore Airlines, Lufthansa, Qantas, Air France und British Airways werden bis dato insgesamt 217 Maschinen ausgeliefert. Allerdings liegen die Bestellungen weit unter dem Bedarf, den der Hersteller bei der Entwicklung erwartet hatte.

2018: Großbestellung von Emirates

Anfang 2018 kann Airbus dann aber eine gute Nachricht verkünden. Nach rund dreijähriger Flaute geht eine Großbestellung ein: Die Fluggesellschaft Emirates ordert insgesamt 36 A380-Flugzeuge. Es handelte sich um 20 feste Bestellungen und 16 Optionen. Der neue Auftrag sichere die Produktion des A380 für mindestens zehn Jahre, sagt Airbus-Verkaufschef John Leahy. Die Produktion wird dennoch gedrosselt: Ab 2020 sollen nur noch sechs Stück pro Jahr fertiggestellt werden - 2017 waren es noch 15 Maschinen.

Die ersten Exemplare werden schon verschrottet

Inzwischen sind die ersten A380-Flugzeuge bereits wieder ausgemustert worden - nach rund zehn Jahren im Liniendienst. Singapore Airlines ließ ihren Leasing-Vertrag Anfang 2018 auslaufen. Die Maschinen aus den Jahren 2007 und 2008 werden nun zerlegt und in Einzelteilen verkauft. Für einen Weiterverkauf der Gruoßraum-Jets hatten sich keine Interessenten gefunden.

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Dieses Thema im Programm:

Wie geht das? | 24.02.2016 | 18:15 Uhr

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