Stand: 24.10.2014 17:54 Uhr

Zwei Karstadt-Häuser im Norden schließen

Der kriselnde Warenhauskonzern Karstadt macht sechs Häuser in Deutschland dicht - darunter zwei in Norddeutschland. Das Kaufhaus in Hamburg-Billstedt sowie der auf junge Mode spezialisierte Karstadt-Ableger "K Town" in Göttingen müssen bereits Ende Juni kommenden Jahres schließen. Dies gab der Konzern in der Nacht zu Freitag bekannt. Neben den norddeutschen stehen auch Häuser in Stuttgart und Köln sowie Schnäppchenmärkte des Konzerns in Paderborn und Frankfurt/Oder vor dem Aus. Wie der Konzern mitteilte, sind von den angekündigten Schließungen insgesamt 350 Mitarbeiter betroffen. Zusätzlich sei der Abbau von rund 2.000 Stellen geplant. Derzeit hat Karstadt 17.000 Mitarbeiter.

"Produktpalette in Billstedt nicht an Standort angepasst"

In der Karstadt-Filiale in Billstedt verlieren 75 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz. Der Vertreter der Gewerkschaft ver.di im Aufsichtsrat, Arno Peukes, sagte, die Schließung der Kaufhauses sei vor allem auf Fehler des Managements zurückzuführen. Die Produktpalette sei nicht dem Standort angepasst gewesen. Damit ließen sich keine schwarzen Zahlen schreiben, meint Peukes.

21 weitere Warenhäuser bedroht

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Den Karstadt-Ableger "K Town" gibt es seit 2011 in Göttingen. Im Sommer 2015 schließt die Filiale.

Darüber hinaus teilte Peukes mit, dass die Zukunft von 21 unrentablen Warenhäusern ungewiss bleibe. Hierzu sollen auch die schleswig-holsteinischen Filialen in Norderstedt, Neumünster und Flensburg zählen. Karstadt-Chef Stephan Fanderl kündigte an, bei acht bis zehn Geschäften individuelle Lösungen suchen zu wollen. "Wir sprechen etwa mit den Vermietern, ob es alternative Nutzungen für den Standort gibt und eine Chance besteht, früher aus den laufenden Mietverträgen herauszukommen", sagte der 51-jährige Manager dem "Handelsblatt". Insgesamt gibt es deutschlandweit 83 Karstadt-Filialen.

Der Betriebsrat und die Gewerkschaft würden alles daran setzen, die bedrohten Häuser zu erhalten, erklärte Peukes. Die nächste Aufsichtsratssitzung sei für Anfang nächsten Jahres geplant.

Benko fordert Verzicht

Erst am Dienstag war die zweite Runde der Tarifverhandlungen gescheitert. Der neue Eigentümer der Karstadt-Warenhäuser - der österreichische Immobilienhändler René Benko - hatte unter anderem den Verzicht auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld gefordert. Die Gewerkschaft wies diese Forderungen zurück. Die Verhandlungen wurden auf den November vertagt.

Das Sparen geht weiter

Auf das Stammhaus in Wismar wartet indes eine Überprüfung durch die neue Konzernleitung. Den knapp 50 Mitarbeitern stehen schwere Zeiten bevor. Unter dem Namen "Zukunftsprogramm Karstadt" sollen unter anderem Umsatzzahlen und Möglichkeiten für Kosteneinsparungen analysiert werden. Andere Filialen haben dieses Programm bereits hinter sich. Benko hatte die Warenhäuser im August dieses Jahres gekauft.

In Norddeutschland gibt es zurzeit 32 Karstadt-Häuser - inklusive dem Alsterhaus am Hamburger Jungfernstieg und dem "K Town" in Göttingen. Zu den 32 Standorten zählen auch die neun norddeutschen Karstadt-Sporthäuser.

Karte: Die norddeutschen Karstadt-Filialen

 

tagesschau.de
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Aus für sechs Karstadt-Kaufhäuser

Karstadt macht sechs Häuser dicht. Dies teilte das Unternehmen nach seiner Aufsichtsratssitzung mit. Weitere Schließungen drohen. Mehr auf tagesschau.de. extern

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NDR Info | Aktuell | 24.10.2014 | 07:00 Uhr

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