Stand: 29.12.2017 16:22 Uhr

Wie uns das Wetter 2017 nass gemacht hat

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Unwetter wie dieses in Hamburg gab es 2017 zuhauf. Auch dadurch fiel deutlich mehr Regen im Norden als normal.

Kaum Sonne und dann immer dieser Regen, viel Regen: Die Einschätzungen vieler Norddeutscher in Bezug auf das Wetter 2017 dürften relativ eindeutig ausfallen - eindeutig negativ. Und sie sind wissenschaftlich gedeckt, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Freitag mitteilte. Laut Jahresfazit der Meteorologen ließ die Witterung im abgelaufenen Jahr zu wünschen übrig - vor allem in Norddeutschland regnete es nach der Statistik viel mehr als sonst bei teils deutlich weniger Sonnenschein.

Insgesamt sei das Jahr geprägt gewesen von Unbeständigkeit und Wetterextremen wie den Orkanen "Xavier" und "Herwart", die auch im Norden Todesfälle und größere Schäden verursachten, sowie einer plötzlichen Rückkehr des Frostes im April.

Bundesweit wärmer, sonniger und niederschlagsreicher

Trotzdem zählt 2017 laut DWD zu den acht wärmsten Jahren seit Beginn der regelmäßigen Messungen 1881. Im Schnitt lag die Temperatur mit 9,6 Grad Celsius um 1,4 Grad über dem langjährigen und international gültigen Vergleichswert. Der März war sogar der wärmste überhaupt seit Beginn der Aufzeichnungen.

Mit 850 Litern pro Quadratmeter fielen acht Prozent mehr Niederschlag als im Schnitt (789 Liter). Auch mehr Sonnenschein gab es, 1.595 Stunden gegenüber 1.528 Stunden im langjährigen Mittel. Doch die Sonne ließ sich vornehmlich im Südwesten der Republik mehr als sonst blicken. In Norddeutschland war sie seltener zu Gast, was sogar zum Verlust eines lange Jahre gehaltenen Titels führte.

Mecklenburg-Vorpommern nicht mehr Sonnen-Spitzenreiter

So büßte Mecklenburg-Vorpommern mit nur noch etwa 1.530 Sonnenstunden seinen einstigen Spitzenplatz ein und fiel weit hinter südlichere Bundesländer zurück. Baden-Württemberg führt nun mit 1.805 Sonnenstunden (fast 200 Sonnenstunden mehr als sonst) die Liste an. In den Vorjahren hatte die Sonne im Nordosten im Schnitt 1.648 Stunden geschienen. Stattdessen gab es dort nun 30 Prozent mehr Niederschlag: Statt der durchschnittlichen 595 Liter fielen gut 775 Liter je Quadratmeter.

Nirgendwo so wenig Sonne wie in Niedersachsen

Niedersachsen konnte sich einen anderen Titel "erkämpfen": Es war mit kaum 1.410 statt üblicher 1.456 Stunden das sonnenscheinärmste Bundesland im Jahr 2017. Mit etwa 900 Litern fiel auch hier deutlich mehr Regen als im langjährigen Mittel mit 746 Litern pro Quadratmeter.

Hamburg und Schleswig-Holstein auch viel nasser

Hamburg hatte mit 1.430 Sonnenstunden am zweitwenigsten Sonnenschein bundesweit. Der sprichwörtliche Hamburger Regen fiel 2017 nicht nur besonders oft, sondern auch besonders viel: 970 statt der mittleren 750 Liter pro Quadratmeter.

In Schleswig-Holstein maßen die Meteorologen ebenfalls einen deutlichen Anstieg der Niederschlagsmenge: 970 statt 788 Liter pro Quadratmeter. Die Sonne schien im äußersten Norden exakt 1.500 Stunden (1.567 Stunden im Mittel).

Die Wetterdaten 2017 im Überblick:

NiedersachsenSchleswig-HolsteinMecklenburg-VorpommernHamburgBund
Durchschnitts-Temperatur in Grad Celsius9,9 (8,6)9,6 (8,3)9,5 (8,2)10,0 (8,8)9,6 (8,2)
Niederschlag in Litern / qm900 (746)970 (788)775 (595)970 (750)850 (789)
Sonnenscheindauer in Stunden1.410 (1.456)1.500 (1.567)1.530 (1.648)1.430 (1.507)1.595 (1.528)

(Die Werte in Klammern stellen das langjährige Mittel dar. Quelle: DWD)

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Aktuell | 29.12.2017 | 16:05 Uhr

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