Stand: 09.12.2018 15:32 Uhr

Warnstreiks im Zugverkehr

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Zum Wochenbeginn wollen Mitarbeiter der Bahn in ganz Deutschland die Arbeit niederlegen. Es drohen Zugausfälle und Verspätungen.

Pendler und andere Bahnreisende aus Mecklenburg-Vorpommern müssen sich mit Beginn der neuen Woche möglicherweise auf Warnstreiks im Zugverkehr einstellen. Am Montag wollen Beschäftigte der Deutschen Bahn im ganzen Bundesgebiet die Arbeit niederlegen. Aus Gewerkschaftskreisen hieß es, die Warnstreiks sollten am frühen Morgen vor allem in Stellwerken und Werkstätten anlaufen. Es drohen Zugausfälle und Verspätungen.

Erstmals wieder ICE-Verbindung im Nordosten

Unterdessen hat die Deutsche Bahn mit ihrem neuen Fahrplan die bisherige IC-Linie von Stralsund nach Hamburg über Rostock und Schwerin weitgehend auf den Betrieb mit der schnellsten Zuggattung ICE umgestellt. Gemeinsam mit Schwerins Oberbürgermeister Rico Badenschier (SPD) begrüßte Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) den ersten ICE in der Landeshauptstadt: "Ich hoffe, diese schnelle Anbindung versöhnt die Bahnnutzer mit den Einschränkungen, die sie wegen der Bauarbeiten auf der Strecke Schwerin-Bad Kleinen hinnehmen mussten." Nach anderthalb Jahren Bauzeit und zahlreichen Einschränkungen steht der gesamte Streckenabschnitt wieder zweigleisig zur Verfügung. Züge können hier nun mit 160 Kilometern pro Stunde fahren.

Mehr Tempo, WLAN und Bordbistros

Vier Mal am Tag halten die neuen Züge nun in Schwerin. Für Reisende soll die Fahrt pünktlicher und bequemer werden - der ICE bietet laut Bahn WLAN und Bordbistros. Der Zug könne außerhalb von MV Zeitpuffer herausfahren und so Verspätungen schneller aufholen. Wie viel von den Vorteilen der ICE in MV zu spüren sein wird, ist allerdings fraglich: Die Höchstgeschwindigkeit von 230 Kilometern pro Stunde können die Züge laut Bahn nur zwischen Kassel und Hannover erreichen und das bordeigene WLAN ist von der Mobilfunkabdeckung abhängig - diese ist im Nordosten von Funklöchern geprägt.

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Einschränkungen für Hamburg-Pendler

Der typische Pendlerzug, der bisher um 7.22 Uhr von Schwerin bis zum Hauptbahnhof in Hamburg durchgefahren ist, hält wegen Bauarbeiten bis zum 21. Dezember als ICE nur in Bergedorf. Reisende mit Ziel Hamburger Innenstadt müssen dann umsteigen. Weitere Änderungen gibt es auf der Verbindung von Stralsund Richtung Berlin. Dort gibt es am Wochenende veränderte Abfahrtszeiten und neue Direktverbindungen von Rostock etwa nach Jena, Dresden oder Frankfurt.

Lob und Kritik von Verbraucherschützern

Verbraucherschützer loben die neuen Verbindungen, kritisieren aber das Preissystem der Bahn. Denn die Tickets werden erneut teurer: für Fahrten im Fernverkehr um 0,9 Prozent. Fahrscheine zum vollen Preis, dem sogenannten Flexpreis, werden im Durchschnitt 1,9 Prozent teurer. Auch für Streckenzeitkarten sowie die Bahncard 100 müssen Pendler in Zukunft im Schnitt 2,9 Prozent mehr zahlen. Die Preiserhöhungen halten die Verbraucherzentralen angesichts "eklatanter Verspätungen" im Fernverkehr für "nicht begründbar".

Auch das Extra-Entgelt für den Kauf eines Tickets im Zug wird kräftig erhöht: von 12,50 Euro auf 19 Euro. Pro-Bahn-Sprecher Karl-Peter Naumann nannte das bedenklich für einige ländliche Regionen, in denen es an Automaten nur Nahverkehrstickets gibt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Aktuell | 09.12.2018 | 14:00 Uhr

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