Stand: 12.04.2018 18:55 Uhr

Warnstreiks im Norden: Kitas zu, Bahnen stehen still

Busse und Bahnen blieben in den Depots, Kitas öffneten nicht, Mülltonnen wurden nicht geleert: Die Gewerkschaften haben am Donnerstag ihre Warnstreiks für eine bessere Bezahlung im öffentlichen Dienst fortgesetzt. In Norddeutschland gab es in allen Bundesländern Aktionen. Für viele Menschen erschwerte sich der Alltag.

Niedersachsen: Warnstreiks legen Nahverkehr lahm

Besonders stark betroffen war Niedersachsen. Dort sorgten die Warnstreiks in einigen Städten für Verkehrsprobleme. Besonders angespannt war die Lage in Hannover, wo alle Busse und Bahnen der Verkehrsbetriebe Üstra für den ganzen Tag in den Depots blieben. Weil viele Pendler aufs Auto auswichen, staute sich der Verkehr auf etlichen Straßen - etwa auf der B 6 und dem Messeschnellweg. "Die Situation war noch viel schlimmer als beim letzten Üstra-Streik vor einigen Wochen", teilte die Verkehrsmanagementzentrale Niedersachsen mit.

Zentrale Kundgebung in Hannover

Viel Betrieb herrschte zudem am Mittag in der Innenstadt von Hannover, wo auf dem Opernplatz eine zentrale Kundgebung mit ver.di-Chef Frank Bsirske stattfand. Rund 10.000 Teilnehmer aus ganz Niedersachsen kamen zu der Veranstaltung. Auch in Braunschweig und Wolfsburg fuhren Busse und Stadtbahnen den ganzen Tag über nicht.

SH: Streiks beginnen am Nord-Ostsee-Kanal

Den Anfang der Arbeitsniederlegungen in Schleswig-Holstein machte das Personal am Nord-Ostsee-Kanal. Die Schleuse in Brunsbüttel schloss am Morgen. Auch die Beschäftigten von Kitas, Stadtverwaltungen und anderen Einrichtungen streikten. Etwa 4.000 Beschäftigte zogen am Vormittag durch die Kieler Innenstadt und trafen sich im Anschluss zu einer Kundgebung. Insgesamt traten rund 5.000 Beschäftigte in Schleswig-Holstein in den Ausstand.

Streikende in SH legen Arbeit nieder

Hamburg: Kitas, Müllabfuhr und Theater im Fokus

Den Auftakt der Streik-Aktionen in Hamburg bildete die Stadtreinigung. Zudem traten Mitarbeiter der städtischen Kitas, der Hafenaufsicht, der Theater, der Bücherhallen und der Bundesbehörden in den Ausstand. Bei einer Kundgebung verteidigte ver.di-Chef Frank Bsirske am Morgen die Forderung der Gewerkschaft nach sechs Prozent mehr Geld, mindestens aber 200 Euro mehr im Monat. "Wenn die Kollegen hier in Hamburg in das wirtschaftliche Umfeld sehen, dann herrscht da Festtagsstimmung. Deshalb sind auch die Erwartungen klar", sagte Bsirske vor mehreren Hundert Kundgebungsteilnehmern. In der Hansestadt streiken etwa 4.000 Beschäftigte. Ein Teil der Mitarbeiter der Stadtreinigung will auch am Freitag die Arbeit ruhen lassen.

Ein Schild weist an der Tür der Kindertagesstätte am Kieler Schützenpark auf die Schließung wegen eines Warnstreiks hin. © dpa Bildfunk Fotograf: Carsten Rehder

Was tun, wenn die Kita dicht ist?

NDR Info - Wirtschaft -

Streiks im öffentlichen Dienst können unter anderem zu geschlossenen Kitas führen. Ist es in einem solchen Fall zulässig, der Arbeit fern zu bleiben und die Kinder zu Hause zu betreuen?

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"Schluss mit der Hinhalte-Taktik""

In Mecklenburg-Vorpommern riefen ver.di und der Beamtenbund die Angestellten in Kommunal- und Bundesbehörden zum ganztägigen Warnstreik auf. In Schwerin beispielsweise wurden zwei Drittel der kommunalen Kitas bestreikt. Etwa 800 Beschäftigte nahmen an einer zentralen Kundgebung teil. "Wir machen klar, dass wir mehr erwarten, als diese Hinhalte-Taktik der Arbeitgeber", sagte die Landesbezirksleiterin von Ver.di Nord, Susanne Schöttke.

Arbeitgeber kritisieren Warnstreiks

Die Arbeitgeberseite kritisierte die Aktionen. Die Verbandsgeschäftsführerin des Kommunalen Arbeitgeberverbandes Mecklenburg-Vorpommerns, Gabriele Axmann, sagte: "Die Warnstreiks sind unverhältnismäßig und treffen vor allem Eltern und Kinder." Es sei normal, dass "angesichts der hohen Forderungen" noch keine Ergebnisse erzielt wurden. Die kommunalen Arbeitgeber seien zu angemessenen Lohnerhöhungen bereit. Die Verschärfung des Konflikts sei daher nicht nötig, sagte Axmann.

Am 15. und 16. April sollen die Tarifverhandlungen in Potsdam fortgesetzt werden.

Alle Meldungen aus den Ländern

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Aktuell | 12.04.2018 | 12:45 Uhr

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