Stand: 17.07.2019 09:54 Uhr

Verheugen: "Von der Leyen steht Hürdenlauf bevor"

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Am 1. November soll Ursula von der Leyen die Amtsgeschäfte als neue EU-Kommissionspräsidentin übernehmen.

Der ehemalige Vizepräsident der Europäischen Kommission, Günter Verheugen (SPD), findet die Wahl von Ursula von der Leyen als künftige EU-Kommissionspräsidentin gut. Es sei absolut richtig und wichtig, eine Frau an die Spitze des Gremiums zu stellen, sagte Verheugen auf NDR Info.

In dem Interview lobte er auch ihre personellen Pläne für die Kommission: "Ich finde es richtig, dass sie gesagt hat, sie wolle die Posten mit 50 Prozent Frauen besetzten." Das sei absolut überfällig gewesen. "Meine eigene Erfahrung aus der Arbeit in der Kommission ist auch: Frauen können vieles besser."

"Von der Leyen muss jetzt liefern"

Das EU-Parlament hat die CDU-Politikerin am Dienstagabend mit einer knappen Mehrheit zur Kommissionspräsidentin gewählt. Sie erhielt 383 Stimmen - lediglich neun mehr als erforderlich. Der ehemalige Kommissions-Vizepräsident Verheugen glaubt, dass das knappe Wahlergebnis die Arbeit von der Leyens nicht unbedingt einfacher macht: "Auf wen sie sich verlassen und stützen kann, ist nicht zu erkennen". Der CDU-Politikerin stehe ein politischer Hürdenlauf bevor, denn die Machtverhältnisse seien völlig unklar. Sie müsse jetzt liefern, auch was die Klimapolitik angehe, die sie in den Mittelpunkt gestellt habe.

Komplizierte Kommissionsbildung

Als Erstes müsse sie nun eine kompetente, starke, handlungsfähige Kommission zusammenbringen. "Für die braucht sie auch wieder die Bestätigung durch das EU-Parlament", so Verheugen in dem Interview. Das sei eine sehr komplizierte Aufgabe. Die Präsidentin habe nur einen beschränkten Einfluss darauf, wer ihr aus den Mitgliedsstaaten geschickt wird. "Das ist wie eine Lotterie, bei der man auch die ein oder andere Niete ziehen kann."

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Infoprogramm | 17.07.2019 | 07:08 Uhr

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