Stand: 21.08.2019 09:55 Uhr

Scholz tritt mit Geywitz für SPD-Vorsitz an

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Klara Geywitz ist in der Brandenburgischen SPD-Fraktion Sprecherin für Medienpolitik und Religion.

Olaf Scholz hat eine Frau gefunden - beruflich: Der aktuelle Bundesfinanzminister und ehemalige Erste Bürgermeister Hamburgs möchte mit der Landtagsabgeordneten Klara Geywitz aus Brandenburg für den SPD-Vorsitz antreten. Das verkündete er am Dienstag auf Twitter. In ihrer Bewerbung betonen Scholz und Geywitz ihre Herkunft aus West und Ost und bekennen sich unter anderem zu einem starken Sozialstaat, Solidarität, Klimaschutz und der Gleichstellung von Mann und Frau. "Unsere Antwort auf den rasanten Wandel müssen wieder mehr Zuversicht und zugleich Sicherheit sein."

Scholz "SPD voranbringen"

Im Morgenmagazin von ARD und ZDF sagte Scholz am Mittwochmorgen, Geywitz sei eine starke Frau, die in der Lage sei, Dinge voranzubringen, die man voranbringen müsse - in diesem Falle die gemeinsame Partei. "Die SPD muss raus aus dem Umfragekeller, sie braucht bessere Werte und ich sage ausdrücklich: Die SPD wird auch gebraucht", sagte der Minister. Ohne die Partei sähe Deutschland ganz anders aus, der Zusammenhalt in der Gesellschaft hänge davon ab, ob „wir stark sind“, so Scholz weiter.

Die 43-jährige Geywitz ist wie Scholz Mitglied im Parteivorstand der Sozialdemokraten und war Teil der Hauptverhandlungsrunde, die 2018 den Koalitionsvertrag aushandelte. Seit 2004 ist Geywitz Abgeordnete im Potsdamer Landtag, hier ist sie derzeit auch Kandidatin für die Landtagswahl am 1. September. Scholz und Geywitz wohnen beide in Potsdam.

Rückendeckung von Hamburger SPD

Die SPD in Hamburg hat sich bereits hinter die Kandidatur des Duos gestellt. Der Landesvorstand habe die Unterstützung ihrer Bewerbung am Dienstagabend beschlossen, teilte der Landesverband mit. Damit sei die formale Teilnahme des Kandidierenden-Teams am Bewerbungsprozess ermöglicht. "Klara Geywitz und Olaf Scholz bilden ein starkes Team, dessen Bewerbung wir als Hamburger SPD gerne unterstützen", sagte die Landesvorsitzende Melanie Leonhard. Beide hätten das nötige Rüstzeug für die große Aufgabe. Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) twitterte mit Blick auf den Vorstandsbeschluss: "Viel Erfolg".

Absagen von Weil und Klingbeil

Niedersachsens Sozialdemokraten setzen derweil auf das Duo Boris Pistorius und Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping. Der Innenminister von Niedersachsen hatte erklärt, sein Amt niederlegen zu wollen, sollte er an die Spitze der SPD gewählt werden. Sowohl SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil aus Niedersachsen als auch Ministerpräsident Stephan Weil wollen nicht antreten. Klingbeil hatte auf Twitter erklärt, er habe keine Partnerin gefunden.

Bisher sieben Duos und drei Einzelkandidaten

Die Bewerbungsfrist für den SPD-Vorsitz läuft noch bis zum 1. September. Als weitere Duos gehen die schleswig-holsteinische Bundestagsabgeordnete Nina Scheer und Karl Lauterbach sowie die Politikerin Gesine Schwan mit dem Fraktionsvorsitzenden der SPD in Schleswig-Holstein, Ralf Stegner ins Rennen. Zudem treten Europa-Staatsminister Michael Roth und die ehemalige nordrhein-westfälische Familienministerin Christina Kampmann an. Weitere Duos sind die Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange mit Alexander Ahrens sowie Hilde Mattheis mit Dierk Hirschel. Als Einzelkandidaten gehen bisher Karl-Heinz Brunner, Robert Maier und Hans Wallow ins Rennen.

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NDR Info | Aktuell | 20.08.2019 | 13:00 Uhr

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