Stand: 15.05.2018 10:16 Uhr

Roth nimmt Özil und Gündogan in Schutz

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Ilkay Gündogan (l.) und Mesut Özil (2.v.l.) werden für das Treffen mit Erdogan (2.v.r.) kritisiert.

Bundestags-Vizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) hat in Teilen Verständnis für die türkischstämmigen deutschen Fußball-Nationalspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan gezeigt und die aktuelle Kritik an ihnen als überzogen bezeichnet. Auf NDR Info bezeichnete sie die Fotos der beiden mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zwar als "bescheuert". Sie hätte sich gewünscht, dass die beiden sich nicht für den Wahlkampf mit Erdogan einspannen lassen. Aber die Kritik an den Spielern des FC Arsenal und Manchester City sei doppelbödig: Immerhin liefere die Bundesregierung ungebrochen Rüstungsgüter an die Türkei, so Roth.

Özil und Gündogan hatten sich in London mit dem türkischen Präsidenten getroffen und ihm Trikots von ihrer jeweiligen Vereinsmannschaft überreicht. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und zahlreiche Politiker hatten die beiden Spieler dafür kritisiert.

"Die Nationalelf nicht nationalistisch aufladen"

Es sei naiv von den beiden gewesen, sich in einem Londoner Hotel mit Erdogan fotografieren zu lassen, sagte Roth auf NDR Info. "Da hätten sie sich vorher überlegen sollen, welchen Eindruck das macht." Auf der anderen Seite verstehe sie aber auch Gündogan mit seiner Äußerung, der türkische Staatspräsident repräsentiere das Land der Großeltern und es sei eine freundliche Geste gewesen, ihn zu begrüßen. Weiter sagte die Grünen-Politikerin: "Es ist eine Realität, dass die Wurzeln der beiden Nationalspieler in der Türkei liegen, und dass Erdogan deshalb für sie eine große Rolle spielt."

Konsequenzen aus den gemeinsamen Fotos lehnt Roth ab. Die Nationalmannschaft sei die Mannschaft der besten Spieler. "Man soll doch bitteschön die Nationalelf nicht so nationalistisch aufladen", sagte die Bundestags-Vizepräsidentin. Die Spieler jetzt nicht mehr für Nationalelf zu nominieren, wäre völlig falsch.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Infoprogramm | 15.05.2018 | 07:08 Uhr

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