Stand: 26.03.2019 16:16 Uhr

Entwarnung nach Bombendrohungen im Norden

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In mehrere deutschen Rathäusern sind Bombendrohungen eingegangen.

In mehreren Städten in Deutschland sind am Dienstagmorgen die Rathäuser geräumt worden, nachdem fast gleichzeitig E-Mails mit Bombendrohungen eingegangen waren. In Norddeutschland waren Rendsburg und Göttingen betroffen. In Göttingen gab es gegen 10 Uhr eine Entwarnung, am späten Vormittag auch in Rendsburg. Auch in Schwerin ging eine Drohung ein, die dortige Verwaltung sah aber von einer Evakuierung ab. "Nach Rücksprache mit der Polizeiinspektion wurde die Ernsthaftigkeit der Drohung verneint. Es wurden keine Maßnahmen zur Evakuierung des Stadthauses getroffen", sagte Stadtsprecherin Michaela Christen NDR.de. Nach Angaben der Polizei stimmte das Drohschreiben für das Schweriner Rathaus mit den anderen Schreiben überein.

Aufgrund der Drohungen wurden auch die Rathäuser in Augsburg, Kaiserslautern, Chemnitz und Neunkirchen geräumt. Auch hier konnte Entwarnung gegeben werden.

Drohungen per E-Mail

In Göttingen teilte die Polizei am Vormittag mit, es sei nichts Gefährliches gefunden worden. Das Neue Rathaus war gegen 8.30 Uhr nach einer anonymen Bombendrohung geräumt und mithilfe von Hunden nach Sprengstoff durchsucht worden. Nach Angaben der Stadtverwaltung hatte ein Unbekannter am Morgen in einer Mail gedroht, eine Explosion in dem Büroturm herbeizuführen.

Nach der Entwarnung konnten die Mitarbeiter ihre persönlichen Gegenstände aus dem Rathaus holen. Einsatzkräfte entfernten die rot-weißen Bänder, mit denen das Gebäude weiträumig abgesperrt war. Das Verwaltungsgebäude blieb nach Angaben eines Stadtsprechers am Dienstag allerdings für den Publikumsverkehr geschlossen. Die Straßensperrungen und die Umleitungen für den öffentlichen Nahverkehr wurden nach knapp zwei Stunden wieder aufgehoben.

Spürhunde im Einsatz

Die Stadt Rendsburg teilte am Vormittag auf ihrer Internetseite mit, das Rathaus sei für Mitarbeiter wieder geöffnet - für Besucher bleibe es hingegen den ganzen Tag geschlossen. Das liege allerdings auch daran, dass die Einrichtung am Dienstagnachmittag ohnehin geschlossen sei, sagte Stadtsprecherin Dörte Riemer NDR.de. Vereinzelte Termine fänden allerdings statt. "In Absprache mit den Abteilungsleitern haben wir den Mitarbeitern freigestellt, ob sie heute arbeiten wollen." Wie viele Bedienstete tatsächlich bei der Arbeit geblieben seien, könne sie nicht sagen.

Laut Polizei war die die Drohung in der Nacht per E-Mail im Rathaus eingegangen. In der Nachricht teilte ein unbekannter Absender mit, dass sich Sprengstoff im Rathaus befinde. Bei Arbeitsbeginn wurde die Mail gelesen und die Polizei informiert. Diese evakuierte das Gebäude und sperrte es weiträumig ab. Bei der Durchsuchung wurden auch Sprengstoff-Spürhunde eingesetzt.

In den vergangenen Monaten viele Drohmails

In den vergangenen Monaten hatten mehrfach ähnliche Drohungen die Einsatzkräfte bundesweit in Atem gehalten. In Schleswig-Holstein war erst am Montag nach einer Bombendrohung der Bahnhof Pinneberg kurzzeitig gesperrt worden, eine Woche zuvor hatte es das Flensburger Rathaus getroffen. Bei keinem der Vorfälle waren später verdächtige Gegenstände gefunden worden.

Bei vielen der Drohungen gingen Bekennerschreiben mutmaßlicher Rechtsextremisten ein. In Berlin beispielsweise ermittelt die Staatsanwaltschaft inzwischen in mehr als 100 Fällen wegen Drohschreiben mutmaßlicher Neonazis an Politiker, Behörden oder Gerichte.

Weitere Informationen
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Serie von Bombendrohungen: Sind Täter Neonazis?

Bundesweit häufen sich Droh-Mails gegen Prominente und öffentliche Einrichtungen. In Lübeck war der Hauptbahnhof, in Hamburg der Flughafen betroffen. Möglicherweise stecken Rechtsextreme dahinter. Mehr bei tagesschau.de extern

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Aktuell | 26.03.2019 | 10:15 Uhr

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