Stand: 01.07.2019 10:28 Uhr

Positive Bilanz auf dem Arbeitsmarkt im Norden

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Auf dem deutschen Arbeitsmarkt ist trotz leicht gesunkener Arbeitslosenzahlen die konjunkturelle Abkühlung spürbar.

Der Arbeitsmarkt im Norden hat sich im Juni weiter gut entwickelt: Sowohl in Niedersachsen als auch in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern ging die Zahl der Menschen ohne Job im Vergleich zum Vormonat und zum Juni 2018 zurück. Lediglich in Hamburg gab es einen geringfügigen Anstieg. Bundesweit hinterließ nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit die schwächere konjunkturelle Entwicklung ihre Spuren: Die Zahl der Arbeitslosen ging nur noch leicht auf 2,216 Millonen Menschen zurück. Die Arbeitslosenquote lag unverändert bei 4,9 Prozent. Die Nachfrage der Unternehmen nach neuen Mitarbeitern wird demnach merklich schwächer.

Niedersachsen: Suche nach Auszubildenden wird schwieriger

In Niedersachsen sank die Zahl der Arbeitslosen im Juni leicht auf 212.900 Menschen, 1,2 Prozent weniger als im Vormonat und 3,9 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Arbeitslosenquote lag den Angaben der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit zufolge bei 4,9 Prozent. Die Betriebe im Land konkurrieren um immer weniger Auszubildende: Im Vergleich zum Vorjahr sei die Zahl der Jugendlichen mit Ausbildungswunsch um 5,5 Prozent zurückgegangen. "Es gibt immer weniger Schulabsolventinnen und -absolventen, von denen ein wachsender Anteil studieren möchte, sagte Agentur-Chefin Bärbel Höltzen-Schoh. Von rund 52.800 Ausbildungsstellen seien noch 24.800 unbesetzt.

Schleswig-Holstein: Niedrigster Juni-Wert seit 1991

Die Zahl der Arbeitslosen in Schleswig-Holstein ging im Juni weiter zurück. Nach Angaben der Regionaldirektion Nord der Agentur für Arbeit waren Ende des Monats 77.100 Menschen ohne festen Job und damit 5,6 Prozent weniger als vor einem Jahr. Das ist der niedrigste Juni-Wert seit 1991. Die Arbeitslosenquote beträgt 4,9 Prozent, nach 5,2 Prozent vor einem Jahr. Bei den Menschen unter 25 Jahren lag die Arbeitslosenquote sogar bei 4,4 Prozent. Waren im Juni 2018 rund 980.700 Menschen in Schleswig-Holstein sozialversicherungspflichtig beschäftigt, waren es im Juni 2019 rund 998.100.

Mecklenburg-Vorpommern: Tourismus belebt den Arbeitsmarkt

Im Nordosten ging die Zahl der Arbeitslosen dank des verstärkten Bedarfs an Arbeitskräften im Tourismus weiter zurück. Wie die Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit berichtete, waren Ende Juni 54.900 Menschen arbeitslos gemeldet, 6.200 weniger als Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote lag mit 6,7 Prozent unter dem Vorjahreswert von 7,4 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat sank die Zahl der Erwerbslosen um 1.500. "Erfreulich ist, dass alle Alters- und Personengruppen im Vormonats- und Vorjahresvergleich von der robusten wirtschaftlichen Lage profitieren und ihre jeweiligen Arbeitslosenzahlen gesunken sind - ob unter 25 oder über 55, ob Ausländer, schwerbehindert oder langzeitarbeitslos", freute sich Agenturchefin Margit Haupt-Koopmann. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sei um 4.600 gestiegen.

Hamburg: Leichter Anstieg gegenüber Juni 2018

In Hamburg stieg die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat um 19, im Jahresvergleich um knapp 900 Menschen auf 64.700. Die Quote lag bei 6,1 Prozent, ebenso wie im Vormonat sowie im Vorjahresvergleich. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg nach den aktuellsten Daten aus dem April allerdings innerhalb eines Jahres um 25.600 auf 996.800 Personen. Aktuell haben Hamburger Unternehmen bei der Arbeitsagentur rund 16.900 freie Stellen gemeldet. Knapp 4.900 freie Ausbildungsstellen sind aktuell noch zu besetzen.

Gemeldete Arbeitslose und Arbeitslosenquote (gerundete Werte)
Juni 2019Mai 2019Juni 2018
Niedersachsen212.9004,9 %215.6005,0 %221.6005,1 %
Schleswig-
Holstein
77.1004,9 %78.5005,0 %81.6005,2 %
Mecklenburg-
Vorpommern
54.9006,7 %56.4006,9 %61.0007,4 %
Hamburg64.7006,1 %64.7006,1 %63.8006,1 %
Bund2.216.0004,9 %2.236.0004,9 %2.276.0005,0 %
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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Aktuell | 01.07.2019 | 10:00 Uhr

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