Stand: 11.02.2019 16:33 Uhr

Öffentlicher Dienst: Warnstreiks im Norden gestartet

Etwa 500 Streikende kamen am Montag in Hannover zu einer Kundgebung zusammen.

Im Streit um die Bezahlung der Mitarbeiter im öffentlichen Dienst der Länder haben am Montag die ersten Warnstreiks in Norddeutschland begonnen. Die Gewerkschaften hatten am Freitag zahlreiche Aktionen angekündigt. Den Start machten laut Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) rund 600 Sozialpädagogen und angestellte Lehrer in Niedersachsen, die in den Warnstreik traten. "Wir fordern die Arbeitgeber auf, endlich ein Angebot vorzulegen - sonst kommen wir wieder", sagte GEW-Sprecher Rüdiger Heitefaut. Etwa 30 bis 45 Schulen in Braunschweig, Wolfsburg, Nienburg, Hannover, Osterode, Göttingen, Stade und Osnabrück seien von den Arbeitsniederlegungen betroffen.

Zu einer Kundgebung in Hannover kamen nach Angaben der GEW am Nachmittag etwa 500 Streikende zusammen. Die Landesvorsitzende der Gewerkschaft in Niedersachsen, Laura Pooth, mahnte, dass sich der Fachkräftemangel im Bildungsbereich verschärfen werde, wenn es keine bessere Bezahlung gebe.

Auch in Hamburg sind Streiks geplant

Weitere Arbeitsniederlegungen soll es in den kommenden Tagen an Schulen und Hochschulen sowie im sozialen Bereich in Hamburg geben. Für kommenden Montag, 18. Februar, sind die Mitarbeiter ganztägig zum Warnstreik aufgerufen. Bereits am Montag blieben wegen einer Personalversammlung die Hamburger Bezirksämter bis zum Nachmittag geschlossen. Mehr als 2.000 Mitarbeiter klagten bei der Personalversammlung über hohe Arbeitsbelastung, mangelnde Personalausstattung und geringe Vergütung. Personalräte sprachen anschließend von einem Hilferuf der Beschäftigten. Zusammengefasst gehe es ihnen um "Anerkennung, Wertschätzung, mehr Geld und mehr Personal", sagte Sieglinde Frieß von ver.di.

Beschäftigte wollen am Dienstag in die Alster springen

In Hamburg forderte der Beamtenbund dbb zudem Beschäftigte von Polizei, Verwaltung, Finanzämtern und Sozialer Arbeit auf, am Dienstag ganztägig die Arbeit niederzulegen. Unter anderem plant der dbb eine Aktion an der Hamburger Alster unter dem Motto "Der öffentliche Dienst geht baden". Dabei sollen Beschäftigte ihrem Unmut über die Haltung der Arbeitgeberseite durch einen Sprung ins Wasser Ausdruck verleihen. Grund sei das Scheitern der zweiten Verhandlungsrunde mit den Ländern, hieß es. Ver.di spricht von einer "Blockadehaltung der Arbeitgeber".

"Aktive Mittagspause" in Stralsund

In Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern seien diese Woche Warnstreiks unter anderem im Bereich des Küstenschutzes, des Straßenbaus, beim Landeslabor, an den Unikliniken und im Bildungsbereich zu erwarten. Am Mittwoch ist nach Angaben eines ver.di-Sprechers beim Straßenbauamt in Stralsund eine "aktive Mittagspause" geplant.

Ganztägige Streiks angekündigt

Am Dienstag, 19. Februar, seien an den Kliniken dann ganztägige Arbeitsniederlegungen geplant. Auch am Straßenbauamt könne es dann zu ganztägigen Streiks kommen, ebenso am Staatlichen Umweltamt in Rostock. Flächendeckende ganztägige Warnstreiks seien in Schleswig-Holstein am 25. Februar und in Mecklenburg-Vorpommern am 27. Februar vorgesehen.

Mindestens 200 Euro mehr im Monat gefordert

Die Gewerkschaften verlangen Einkommenssteigerungen von sechs Prozent - mindestens aber 200 Euro mehr im Monat. Für Pflegebeschäftigte fordern sie ein zusätzliches Gehaltsplus von 300 Euro. Die Tarifgemeinschaft der Länder lehnt die Forderungen als überzogen ab. Die Arbeitgeber legten aber bei den Gesprächen am Mittwoch und Donnerstag in Potsdam kein eigenes Angebot vor. Die nächste Verhandlungsrunde ist am 28. Februar und 1. März geplant. Es geht um die Bezüge von bundesweit rund 3,3 Millionen Menschen.

Weitere Informationen

Bezirksämter senden "Hilferuf"

Die Bezirksämter sind am Montagvormittag bis auf Notdienste geschlossen geblieben. Rund 2.500 Mitarbeiter forderten in der Alsterdorfer Sporthalle mehr Geld und zusätzliches Personal. (11.02.2019) mehr

Öffentlicher Dienst: Warnstreiks angekündigt

Nach der ergebnislosen zweiten Verhandlungsrunde lassen die Gewerkschaften auch in Hamburg die Muskeln spielen: Im öffentlichen Dienst soll es in den kommenden Wochen Warnstreiks geben. (08.02.2019) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Aktuell | 11.02.2019 | 16:45 Uhr

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