Stand: 14.11.2018 17:30 Uhr

Neuer Airbus-Riese Beluga XL grüßt den Norden

Das neue Transportflugzeug von Airbus ist am Mittwoch über Norddeutschland zu bestaunen gewesen. Die Beluga XL, derzeit noch in der Testphase, flog am Nachmittag vom französischen Toulouse nach Bremen. Dabei gab es erstmals auch einen niedrigen Überflug über Hamburg - im Werk Finkenwerder werden Rumpfsegmente für das Transportflugzeug hergestellt.

Ab 2019 im Dienst - 30 Prozent höhere Transport-Kapazität

In Bremen soll unter anderem das Be- und Entladen getestet werden. 2019 soll die Beluga XL dann den Dienst aufnehmen und bis 2025 die alte Transportflotte abgelöst haben. Insgesamt werden fünf Beluga XL gebaut. Wenn alle neuen Modelle im Einsatz sind, wird sich die Transportkapazität um 30 Prozent erhöht haben. Das Beluga-XL-Programm war im November 2014 beschlossen worden. Der Jungfernflug fand am 19. Juli 2018 statt.

So sieht die neue Beluga XL von Airbus aus

Mehr als 63 Meter lang und fast 19 Meter hoch

Die Beluga XL basiert auf der A330-Familie. Der Transporter ist aber deutlich größer als der Passagierjet: Die XL-Version ist 63,10 Meter lang, hat eine Spannweite von 60,3 Metern und ist mit 18,90 Metern etwa so hoch wie ein sechsstöckiges Haus. Das neue Modell hat einen Rumpfdurchschnitt von 8,80 Metern - rund einen Meter mehr als der Vorgänger. 51 Tonnen kann die Beluga XL laden und damit eine Strecke von bis zu 4.000 Kilometern zurücklegen.

Nicht lauter als ihre Vorgängerin

Laut Airbus ist die größere Beluga XL nicht lauter als die Vorgängerin, Beluga ST. "Eine spürbare Lärmreduzierung in der Anflugphase sollte sich während der derzeit stattfindenden Flugtests bestätigen", sagte Airbus-Sprecher Daniel Werdung. Zum Kerosinverbrauch des Riesen ließen sich keine pauschalen Angaben machen, sagte Werdung, das hänge von der Ladung und der Windstärke ab.

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Am Mittwoch war die Beluga XL erstmals über Hamburg zu sehen.

Die Beluga XL wird im Laufe des Jahres 2019 Bremen im regulären Transportbetrieb anfliegen, davor zu Testzwecken. Wie oft kann derzeit nicht prognostiziert werden. Die Beluga ST fliegt Bremen durchschnittlich fünf bis sechs Mal pro Woche an.

Beluga XL fliegt Flugzeugteile hin und her

Die Beluga-Flotte transportiert für Airbus die Einzelteile der jeweiligen Flugzeugtypen, die in ganz Europa hergestellt und an verschiedenen Standorten zusammengebaut werden. In Hamburg findet beispielsweise die Endmontage des A320 statt. In Bremen erhalten unter anderem die Flügel für den Großraumjet A350 ihre Auftriebshilfen und vorderen Landeklappen. Von den großen A350-Flügeln kann die Beluga XL zwei transportieren, in das Vorgängermodell ST passt nur ein Flügel - ein wichtiger Pluspunkt des neuen Modells.

Der neue Airbus-Transporter entsteht in internationaler Zusammenarbeit. Der erste Metallschnitt wurde in Spanien ausgeführt, die Endmontage findet in Toulouse statt. Rumpfteile kommen nicht nur aus Hamburg, sondern beispielsweise auch von einem Zulieferer in Varel bei Bremen.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 14.11.2018 | 19:30 Uhr