Stand: 10.09.2018 12:33 Uhr

Hartz IV: Bremen im Norden Negativ-Spitzenreiter

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In fast allen Ländern machen Hartz-IV-Empfänger das Gros der Arbeitslosen aus. (Themenbild)

Ein Drittel der Arbeitlosen in Deutschland bezieht Arbeitslosengeld I, die übrigen zwei Drittel sind bereits auf das besser als Hartz IV bekannte Arbeitslosengeld II angewiesen. Regional sind die Unterschiede mitunter immens: Bayern ist das einzige Bundesland, in dem laut Bundesagentur für Arbeit gerade einmal 47,7 Prozent der Arbeitslosen Hartz IV beziehen. Traurige Spitze der Statistik ist Bremen. In dem Stadtstaat sind 78,1 Prozent der Arbeitslosen von der Grundsicherung abhängig. Die übrigen norddeutschen Bundesländer liegen nahe dem Bundesdurchschnitt von 66,2 Prozent. In Niedersachsen beziehen demnach 65,8 Prozent der Arbeitslosen Hartz IV, in Schleswig-Holstein 66,5 Prozent, in Hamburg 66,7 Prozent und Mecklenburg-Vorpommern 67,1 Prozent. Betrachtet man nur die westdeutschen Länder, liegen Niedersachsen und Co. leicht über dem Schnitt von 64,8 Prozent. Im Vergleich mit den übrigen ostdeutschen Regionen liegt Mecklenburg-Vorpommern unter dem Durchschnittswert von 70,6 Prozent.

Linken-Sprecherin fordert Stärkung der Arbeitslosenversicherung

Auf die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit hatte die Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann (Linke) aufmerksam gemacht. Ihrer Ansicht nach müsse es wieder von der Ausnahme zur Regel werden, dass die Arbeitslosenversicherung greife. Die geplante Senkung des Beitragssatzes zur Arbeitslosenversicherung um 0,5 Punkte auf 2,5 Prozent zum Jahreswechsel sei lediglich ein Geschenk an Unternehmen. Beschäftigte würden nur marginal entlastet. Laut Zimmermann müssen die Hürden beim Zugang zum Arbeitslosengeld I gesenkt werden. Dafür verlangt sie die Ausdehnung der sogenannten Rahmenfrist von 24 Monaten auf 36 Monate. Der Anspruch auf Arbeitslosengeld solle zudem bereits nach vier Monaten Beitragszeit entstehen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Das Forum | 04.07.2018 | 20:30 Uhr

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