Stand: 20.01.2018 06:20 Uhr

"Friederike" schwerster Sturm seit "Kyrill"

Die Wetterlage im Norden hat sich beruhigt. Doch nachdem "Friederike" wütete, muss noch aufgeräumt werden. Das Sturmtief war am Donnerstag mit voller Wucht über weite Teile Norddeutschlands hinweggezogen und hinterließ deutliche Spuren. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes war "Friederike" einer der stärksten Winterstürme seit dem Orkan "Kyrill" vor genau elf Jahren. Mindestens acht Menschen kamen bundesweit ums Leben. Der Sturm richtete Schäden von einer halben Milliarde Euro an, schätzt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft.

Besonders heftig traf der Orkan den Harz. Auf dem Brocken wurden Windgeschwindigkeiten von 203 Kilometer pro Stunde gemessen. Im Nationalpark Harz rechnete die Verwaltung mit erheblichen Schäden, womöglich schwerer als bei "Kyrill".

Bäume und Äste liegen am 18.01.2018 bei Lamspringe (Niedersachsen) auf der ICE-Trasse zwischen Hannover - Göttingen an einem ICE der Deutschen Bahn. © dpa-Bildfunk Fotograf: Swen Pförtner

Sturmschäden in Millionenhöhe: Wer zahlt?

Hallo Niedersachsen -

Verbeulte Autos, abgedeckte Häuser: Bundesweit hat das Orkantief "Friederike" viele Schäden angerichtet. Wer zahlt das eigentlich? Antworten von Thomas Hohensee von der VGH.

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Nach Angaben des Innenministeriums richtete "Friederike" allein in Niedersachsen Schäden in Höhe von etwa einer Million Euro an Straßen, Oberleitungen und öffentlichen Gebäuden an. Der Betrag beinhaltet aber nicht die Schäden von Privatpersonen - wie etwa abgedeckte Dächer oder durch herabgefallene Äste verbeulte Autos.

Millionenschäden im Schienennetz

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"Die Bäume knicken um wie Streichhölzer", kommentierte ein Polizeisprecher die Auswirkungen des Sturmtiefs im Harz.

Leidtragende waren vor allem Bahnreisende, die sich auf lange Wartezeiten und Zugausfälle einstellen mussten. Nach Angaben der Deutschen Bahn richtete der Orkan Millionenschäden am Schienennetz an. An mehr als 200 Streckenabschnitten bundesweit seien Reparaturen notwendig. Auf das Unternehmen kommen neben den Kosten für die Instandsetzung der Infrastruktur zusätzlich hohe Kosten für Entschädigungen wie Taxifahrten und Hotelübernachtungen zu. Noch ließen sich die Kosten dafür aber "nicht kalkulieren", sagte ein Bahnsprecher.

Nach dem bundesweiten Stopp des Fernverkehrs am Donnerstagnachmittag mussten Hunderte Menschen die Nacht in Zügen verbringen. Sowohl im Fern- als auch im Nahverkehr fielen auch am Freitag zahlreiche Verbindung aus - an den Informationsschaltern bildeten sich vielerorts lange Schlangen. Heute soll der Bahnverkehr bundesweit größtenteils wieder normal rollen.

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Aufräumarbeiten im ganzen Norden

Im ganzen Norden räumten die Feuerwehren am Freitag viele Bäume und Äste aus dem Weg, sicherten Solaranlagen auf Dächern und Baugerüste, die umzufallen drohten. Tausende Einsatzkräfte waren im Dauereinsatz. Alleine in Niedersachsen waren nach Angaben des Innenministeriums fast 2.000 Einsatzkräfte an mehr als 1.400 sturmbedingten Einsätzen beteiligt.

Neben dem Sturm führte auch der Wintereinbruch zu zahlreichen wetterbedingten Verkehrsunfällen. Bei einem besonders schweren Unfall bei Penzlin in Mecklenburg-Vorpommern starb eine 61-jährige Autofahrerin. In Hamburg wurde ein 18-Jähriger am Stadtpark von einem abgebrochenen Ast lebensgefährlich verletzt.

In Wäldern besteht Lebensgefahr

Die Feuerwehr appellierte an die Bürger, auch an den nächsten Tagen nicht in Wälder zu gehen. "Wer jetzt in die Wälder geht, begibt sich in Lebensgefahr. Ich kann nur dringend davor warnen", erklärte der Dezernent der Niedersächsischen Landesforste, Dietmar Sohns.

Der Sturmtag im Norden

 

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