Stand: 03.01.2018 11:23 Uhr

Dieser Winter stimmt auch den Arbeitsmarkt milde

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Verschneite Felder gab es bislang wenig. Durch den milden Winter sind die Arbeitslosenzahlen im Dezember nur geringfügig gestiegen.

Im Jahresdurchschnitt hat die Zahl der Arbeitslosen 2017 bundesweit ein Rekordtief nach der Wiedervereinigung erreicht. Dieser Trend setzt sich auch zum Jahresabschluss fort. "Der Arbeitsmarkt hat sich im Dezember 2017 sehr gut entwickelt: Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist weniger gestiegen als saisonal üblich, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und die Nachfrage der Betriebe nach neuen Mitarbeitern steigen auf hohem Niveau weiter kräftig an", sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele. Im Vergleich zum Vormonat stieg die Zahl der Erwerblosen zwar um 17.000 auf 2.385.000 an. Ein Jahr zuvor waren aber noch 183.000 Menschen mehr ohne Job. Auch in Norddeutschland hat sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt entsprechend entwickelt.

Niedersachsen: Leichter Anstieg der Arbeitslosenzahl

In Niedersachsen waren im Dezember 233.200 Frauen und Männer ohne Arbeit. Die Quote liegt hier bei 5,5 Prozent. "Der zum Winterbeginn übliche Anstieg der Arbeitslosigkeit fiel bislang moderat aus, da es noch keinen richtigen Wintereinbruch gegeben hat", erklärt Klaus Oks, Geschäftsführer der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen. Daher ist die Arbeitslosenzahl in Niedersachsen nur geringfügig angestiegen. Die Personalnachfrage der Betriebe ist hoch. Im Gegensatz zum Vorjahr gab es 15,6 Prozent mehr Stellenangebote als im Vorjahr.

Hamburg: Niedrigste Quote seit 24 Jahren

In Hamburg sind so wenig Menschen erwerbslos gemeldet wie seit 24 Jahren nicht mehr. Genau 65.922 Frauen und Männer waren im Dezember arbeitslos, das sind fast 1.800 weniger als noch vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote in Hamburg liegt aktuell bei 6,5 Prozent. Und noch etwas stimmt den Chef der Hamburger Arbeitsagentur Sönke Fock optimistisch: Noch nie hatten so viele Menschen einen sozialversicherungspflichtigen Job, fast 968.000. Ob Handwerk, Dienstleistung, Handel, Gesundheitswesen, Gastgewerbe oder soziale Berufe: Überall wurde eingestellt. Weiter Sorgen machen dagegen die Banken und Versicherungen: In diesen Branchen wurde auch 2017 Personal abgebaut.

Mecklenburg-Vorpommern: Arbeitslosigkeit auf Rekordtief

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl der Arbeitslosen in Mecklenburg-Vorpommern deutlich gesunken, auf 69.900. Das ist eine Quote von 8,4 Prozent. Damit liegt die Zahl in einem Dezember zum ersten Mal seit der Wiedervereinigung unter 70.000. Saisonbedingt gab es im Vergleich zum Vormonat November einen leichten Anstieg von 3.200.

Kommentar

Arbeitsmarktrekorde mit Schönheitsfehlern

03.01.2018 17:08 Uhr
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Die historisch niedrige Arbeitslosigkeit von 2017 hat einige Schönheitsfehler, kommentiert Peter Mücke. Er fordert ein Einwanderungsgesetz, das Fachkräfte nach Deutschland bringt. mehr

"Insgesamt haben jedoch das positive Konsumklima, das gute Weihnachtsgeschäft und der milde Winter dafür gesorgt, dass der saisonale typische Anstieg landesweit um 800 niedriger ausgefallen ist als im Schnitt der drei Vorjahre", sagt Margit Haupt-Koopmann, Leiterin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit. Die Arbeitskräftenachfrage und die Zahl der sozialpflichtig Beschäftigten sind im Vorjahresvergleich weiter gestiegen.

Schleswig-Holstein: Arbeitslosenzahl unter 90.000

Auch in Schleswig-Holstein ist die Arbeitslosigkeit auf ein Rekordtief seit 1992 gesunken. 89.500 Menschen waren im Dezember ohne Arbeit. Die Quote liegt bei 5,8 Prozent. Jahreszeitlich gedingt gab es seit November eine Zunahme der Arbeitslosigkeit von 1.600 Erwerbslosen. Doch auch dieser Anstieg ist deutlich schwächer als in den vergangenen Jahren. Haupt-Koopmann zieht eine positive Bilanz: "Dass wir zum ersten Mal seit 1992 in einem Dezember eine Arbeitslosenzahl von unter 90.000 melden können, zeigt die gute Verfasstheit des Arbeitsmarkts."

Gemeldete Arbeitslose und Arbeitslosenquote (gerundete Werte)
Dezember 2017November 2017Dezember 2016
Niedersachsen233.2005,5 %229.4005,4 %246.4005,8 %
Schleswig-
Holstein
89.5005,8 %87.9005,7 %92.8006,1 %
Mecklenburg-
Vorpommern
69.9008,4 %66.7008,1 %77.9009,4 %
Hamburg65.9006,5 %66.2006,5 %67.7006,7 %
Bund2.385.0005,3 %2.368.4005,32.568.3005,8 %
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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Aktuell | 03.01.2018 | 10:00 Uhr

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