Stand: 31.08.2018 15:30 Uhr

Der Jahrhundert-Sommer geht zu Ende

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Vom prächtigen Sommerwetter haben auch die Freibäder im Norden profitiert.

Schön war's, aber jetzt ist der Sommer vorbei - zumindest laut Kalender. Am Sonnabend beginnt der meteorologische Herbst. Aber nicht nur den Wetterexperten wird dieser Sommer lange in Erinnerung bleiben. Wohl alle Norddeutschen haben die zurückliegenden Monate als Jahrhundert-Sommer empfunden. Seit April hielt die Wärme ungewöhnlich lange an, auch die Trockenheit fiel aus dem Rahmen. Der norddeutsche Höchstwert für diesen Sommer liegt bei 37,9 Grad. Aber es ging auch deutlich kühler: Den kältesten Tag kann Helgoland aufweisen - mit dem Tageshöchstwert von nur 14 Grad am 23. Juni. Und für alle Freunde des Nord-Süd-Vergleichs: Insgesamt war es in Norddeutschland sonniger als in Süddeutschland - und es hat hier viel weniger geregnet.

Karibik-Sommer im Norden

Mecklenburg-Vorpommern: Der heißeste Sommer seit 1881

Mecklenburg-Vorpommern kann auf einen Rekordsommer zurückblicken. Die durchschnittliche Temperatur lag nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) bei 19,2 Grad Celsius. Der Sommer 2018 im Nordosten ist damit der heißeste Sommer seit Beginn der Messungen im Jahr 1881. Die diesjährige Höchsttemperatur von 37,1 Grad wurde gleich an zwei Orten gemessen: am 31. Juli in Kirchdorf auf der Insel Poel und am 8. August in Anklam. Und noch ein Rekord: Die Messstation auf der Greifswalder Oie, einer Insel bei Rügen, war die sonnenreichste Station des Sommers. Mehr als 900 Stunden Sonnenschein wurden hier gemessen. Damit liegt Mecklenburg-Vorpommern in puncto Sonnenschein-Dauer bundesweit vorn - und kann sogar mit einigen Mittelrmeerländern mithalten. Zum Vergleich: In Rom schien die Sonne mit 925 Stunden nur unwesentlich länger.

Rekord-Wetter auch in Schleswig-Holstein

Auch Schleswig-Holstein kann den heißesten Sommer aller Zeiten verbuchen. Bei durchschnittlich 18,4 Grad war das nördlichste Bundesland im bundesweiten Vergleich trotzdem das kälteste in diesem Jahr. Der heißeste Ort in Schleswig-Holstein war am 7. August Quickborn mit 35,8 Grad. Außerdem war es sehr trocken. Mit 115 Litern Niederschlag pro Quadratmeter fiel nur etwa die Hälfte der üblichen Menge.

Hamburg: Viele heiße Tage

In Hamburg ist der Temperatur-Rekord aus dem Sommer 2003 mit durchschnittlich 19,2 Grad knapp verfehlt worden. Heißester Tag war der 7. August mit 35,6 Grad. Der Rekord stammt mit 37,3 Grad aus dem Jahr 1992. Die Hamburger konnten sich nach dem verregneten Vorjahr bislang über 57 Sommertage freuen (Temperaturen von mindestens 25 Grad). Und: Hamburg gewinnt den Hitze-Vergleich gegenüber München. In der Hansestadt war es an 18 Tagen mindestens 30 Grad heiß, München kommt nur auf 14 Hitze-Tage.

Sehr trockenes Wetter in Niedersachsen

Niedersachsen ist eines der kühleren Bundesländer in diesem Sommer. Einen Rekord gab es dort nicht. Der Sommer-Durchschnittswert von 16,2 Grad wurde aber deutlich überschritten. Die Niederschläge erreichten mit rund 100 Litern pro Quadratmeter in Niedersachsen nur 46 Prozent des Durchschnittswertes von 219 Litern. Der 7. August war der heißeste Tag dieses Sommers. In Barsinghausen-Hohenbostel wurden 37,9 Grad gemessen. Dies war zugleich der Rekordwert für diesen Sommer im ganzen Norden. Die bislang höchste jemals in Niedersachsen gemessene Temperatur liegt nur knapp darüber: Am 9. August 1992 wurden in Bergen und Faßberg 38,6 Grad gemessen.

Das Thermometer steigt nochmal auf 27 Grad

Auch wenn jetzt der Herbst beginnt: Das Wetter lässt sich davon erst einmal nicht beirren. Es bleibt an diesem Wochenende recht warm. Am Sonntag sind Höchstwerte bis 25 Grad möglich. Und zu Wochenbeginn steigen die Temperaturen laut Vorhersage sogar noch ein wenig - auf bis zu 27 Grad.

Ausflügler haben es sich bei Temperaturen um 33 Grad Celsius im Schatten unter einem Baum bequem gemacht © dpa-Bildfunk Foto: Bodo Marks

Wetterklischees getestet vom Sommer 2018

"Im Norden ist das Wetter meistens schlecht." Meteorologische Gewissheiten wie diese hat der Sommer 2018 infrage gestellt. Norddeutschland schneidet in der Bilanz besser ab als der Süden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Aktuell | 31.08.2018 | 07:08 Uhr

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