Stand: 05.04.2019 13:28 Uhr

Hamburgs Bevölkerung wächst - MV verliert stark

Während in Hamburg die Bevölkerung bis zum Jahr 2035 stark wächst, muss sich Mecklenburg-Vorpommern auf einen deutlichen Rückgang einstellen. So lautet die Prognose einer Studie, die das gemeinnützige Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung am Freitag veröffentlicht hat. Zudem werden für den ganzen Norden wachsende Städte und schrumpfende ländliche Regionen vorhergesagt.

Zehn Prozent mehr Hamburger

Wie die Forscher berechneten, kann sich Hamburg auf ein Bevölkerungsplus von ungefähr zehn Prozent einstellen - statt 1,8 Millionen werden 2035 demnach mehr als zwei Millionen Menschen in der Stadt leben. In Mecklenburg-Vorpommern wird bis dann die Einwohnerzahl von 1,6 Millionen am 31. Dezember 2017 auf 1,4 Millionen gesunken sein (- 11,05 %). Nur leichte Bevölkerungsverluste werden Schleswig-Holstein und Niedersachsen zu verzeichnen haben: Für das nördlichste Bundesland wurde ein Bevölkerungsrückgang von 2,89 auf 2,81 Millionen vorausberechnet (- 2,9 %), für Niedersachsen von 7,9 auf 7,8 Millionen (- 1,85 %). Die Einwohnerzahl des Landes Bremen wird den Forschern zufolge von 681.000 auf knapp 705.000 steigen (+ 3,5 %).

Größter Nord-Rückgang an der Mecklenburgischen Seenplatte

Auch in Ländern, in denen generell die Bevölkerung zurückgeht, wachsen die Städte und deren Einzugsbereich. So können sich Kiel, Braunschweig oder Rostock auf ein Bevölkerungsplus einstellen, ebenso die Landkreise im Hamburger Umland. Demgegenüber droht ländlichen Gebieten ein teils herber Bevölkerungsverlust. Spitzenreiter im Norden ist dabei der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, dem laut Studie ein Rückgang von 18 Prozent droht - von gegenwärtig 261.000 Menschen auf dann 214.000.

Ländliche Gebiete altern schneller

In den ländlichen Gebieten wird die Bevölkerung nicht nur schrumpfen - ihr Durchschnittsalter steigt auch schneller als in den Ballungszentren. Nach den Berechnungen werden beispielsweise im Jahr 2035 rund zwei Drittel mehr über 64-Jährige in den niedersächsischen Landkreisen Cloppenburg und Vechta leben als heute.

Deutschland im "demografischen Zwischenhoch"

Den Forschern zufolge befindet sich Deutschland derzeit in einem "demografischen Zwischenhoch". Wegen der Zuwanderung und leicht gestiegener Geburtenzahlen sei die Bevölkerungszahl zuletzt leicht gestiegen - anders als dies lange prognostiziert worden war. Derzeit lebten rund 83 Millionen Menschen in Deutschland und bis 2035 werde diese Zahl nur leicht sinken. Allerdings verteile sich das Wachstum auf die Großstädte, während strukturschwache Regionen weiter an Bevölkerung verlören.

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Aktuell | 05.04.2019 | 13:00 Uhr

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