Stand: 22.03.2018 21:37 Uhr

Behörden räumen überfülltes Haus in Bergedorf

Im Hamburger Stadtteil Bergedorf sind Behördenmitarbeiter und Polizisten am Donnerstagmorgen zu einem Großeinsatz in einem Mehrfamilienhaus in der Straße Reetwerder ausgerückt. Der Verdacht: extreme Überbelegung. Denn in den neun großen Altbauwohnungen sind 138 Menschen gemeldet, 61 davon Kinder. Die Aktion hatte das Bezirksamt Bergedorf monatelang vorbereitet. Involviert waren auch noch die Sozialbehörde, der Zoll, die Steuerfahndung, das Gesundheits- und das Jugendamt.

Polizisten kontrollieren die Personalien zweier Personen.

Bergedorf: Behörden räumen überbelegtes Haus

Hamburg Journal -

Gut ein Dutzend Behörden waren an einer Razzia in einem Bergedorfer Mehrfamilienhaus beteiligt. Der Verdacht: zahlreiche Mängel und Verstöße sowie eine hoffnungslose Überbelegung.

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Fast 160 Menschen im Haus angetroffen

Angetroffen wurden in dem Haus dann sogar fast 160 Menschen. Stutzig geworden sind die Hamburger Behörden anhand der Meldedaten. Denn rein rechnerisch hat denen zufolge jeder Bewohner des Hauses nur knapp acht Quadratmeter zur Verfügung - zwei weniger als vorgeschrieben. Denn gemäß Wohnraumschutzgesetz muss jeder Mieter mindestens zehn Quadratmeter zur Verfügung haben. In einer Wohnung ist das nicht eingehalten worden. Eine weitere Wohnung musste komplett geräumt werden. Dort ist aus einer defekten Gastherme Kohlenmonoxid ausgetreten, außerdem lagen elektrische Leitungen offen. Auch eine Gemeinschafts-Toilette im Haus wurden stillgelegt.

30 Personen mussten Wohnungen verlassen

Laut Bezirksamt sind die anderen Wohnungen aber teilweise von den Mietern renoviert und in akzeptablem Zustand. Insgesamt mussten 20 Erwachsene und zehn Kinder das Haus verlassen. Sie werden jetzt vorerst in einer Einrichtung von Fördern und Wohnen untergebracht. Die Mieter des Hauses sind Rumänen und Bulgaren. Wie viel sie dem deutschen Vermieter gezahlt haben, konnte das Amt nicht sagen. Der Mann hat auf Benachrichtigungen der Behörden nicht reagiert. Er bekommt jetzt Fristen gesetzt, um die Mängel in seinem Haus zu beseitigen.

Keine Hinweise auf illegales Verhalten der Mieter

Außerdem prüft die Steuerfahndung seine Mieteinnahmen. Ihm droht auch eine Anzeige wegen Verstößen gegen das Wohnraumschutzgesetz. Hinweise auf illegales Verhalten der Mieter oder Schwarzarbeit hat die Begehung laut Bezirksamt nicht ergeben. Im Fokus der Ermittlungen stehe der Vermieter, betonte Bezirksamtsleiter Arne Dornquast.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 22.03.2018 | 21:00 Uhr

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