Stand: 10.10.2019 17:57 Uhr

Mahnwachen im Norden nach Anschlag in Halle

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Gedenken in Rostock: In ganz Deutschland bekunden Menschen ihr Mitgefühl mit den Opfern.

Der Anschlag auf eine Synagoge in Halle hat auch im Norden großes Entsetzen hervorgerufen. Während die Polizei Schutzmaßnahmen für jüdische Einrichtungen verstärkte, legten Menschen in Städten und Gemeinden Blumen vor jüdischen Gotteshäusern nieder und zündeten Trauerkerzen an. Auch für Donnerstagabend waren unter anderem in Hannover am Kröpcke, in Oldenburg und Wilhelmshaven Mahnwachen angekündigt.

Spontanes Gedenken in Rostock

Bereits am Mittwochabend, wenige Stunden nach dem Angriff in Sachsen-Anhalt, fand an der Synagoge in Rostock eine Mahnwache statt. Rund 50 Menschen nahmen daran teil. Der Gemeinde-Vorsitzende Juri Rosov sagte, er sei dankbar für diese Solidarität. Die Gemeinden von Rostock und Halle seien sehr eng miteinander verbunden.

Hamburgs Bürgermeister spricht sein Beileid aus

Auch an der Synagoge in Hamburg-Eimsbüttel waren am Donnerstagmorgen Blumen und Kerzen platziert. Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. "Stellvertretend für alle jüdischen Mitbürger habe ich gerade Rabbiner Bistritzky und der jüdischen Gemeinde in Hamburg meine Solidarität bekundet und alles Gute gewünscht zu Jom Kippur", twitterte er am Mittwochabend.

Schura zeigt sich solidarisch

Der Landesverband der Muslime in Niedersachsen äußerte sein Mitgefühl: "Ich bin entsetzt über den terroristischen Anschlag. Meine Solidarität gilt allen jüdischen Freunden", sagte der Schura-Vorsitzende Recep Bilgen am Donnerstag in Hannover. Der Angriff auf eine Synagoge am jüdischen Feiertag Jom Kippur treffe die gesamte Gesellschaft: "Es ist höchste Zeit, dass sich die Gesellschaft noch stärker gegen Antisemitismus und jegliche Art von Rassismus einsetzt."

Gemeinde war zum Jom-Kippur-Fest versammelt

In Halle hatte am Mittwochmittag ein schwer bewaffneter Angreifer vergeblich versucht, in eine Synagoge einzudringen. Dort feierten 70 bis 80 Gläubige gerade den höchsten jüdischen Feiertag, Jom Kippur. Der Täter scheiterte an der abgeschlossene Eingangstür des Hauses. Er erschoss vor der Synagoge und in einem nahe gelegenen Döner-Imbiss zwei Menschen. Nach kurzer Flucht wurde der Tatverdächtige festgenommen. Es handelt sich um einen 27-Jährigen. Der mutmaßliche Neonazi wohnt bei seiner Mutter im Raum Eisleben in Sachsen-Anhalt.

Tagesschau.de
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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Aktuell | 10.10.2019 | 09:00 Uhr

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