Stand: 23.08.2019 19:41 Uhr

Staus im Norden: "Rechnerisch bis Neuseeland"

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Der ADAC hat alle Staus in Norddeutschland an den Ferienwochenenden zusammengerechnet: rund 19.000 Kilometer. (Symbolbild)

Von Hamburg bis Neuseeland - ungefähr so lang waren die Sommerferien-Staus auf norddeutschen Autobahnen, würde man sie zusammenrechnen. Das hat der Automobilclub ADAC am Freitag in seiner Stau-Bilanz mitgeteilt. Demnach gab es an den Ferienwochenenden vom 28. Juni bis 11. August auf insgesamt 19.000 Kilometern im Norden Stau oder stockenden Verkehr. Zum Vergleich: In der Saison 2018 waren es dem ADAC zufolge 6.500 Kilometer weniger.

Längster Einzelstau auf der A1

Auch die Anzahl der Staus habe in diesem Jahr um rund 1.800 höher gelegen. Der mit 25 Kilometern längste Einzel-Stau bildete sich dem ADAC zufolge am 27. Juli auf der A1 zwischen Maschener Kreuz und Ahrensburg. Fast genauso schlimm traf es Autofahrer am 4. August auf der A7 zwischen Westenholz und dem Dreieck Hannover Nord: 24 Kilometer Stau. Gleich vier Mal gab es Verkehrsbehinderungen von 21 Kilometer Länge - unter anderem am 27. Juli auf der A7 zwischen Hamburg-Südwest und Schnelsen-Nord.

Stau-Gefahr auch an diesem Wochenende

Ob es auch an diesem Wochenende wieder solche Mega-Staus geben wird, lässt sich derzeit noch nicht abschätzen. Aber da die letzte Rückreisewelle der Urlauber aus Nordrhein-Westfalen ansteht, dürfte es auf jeden Fall wieder sehr voll werden auf den Autobahnen im Norden. Am Freitagnachmittag gab es vor allem auf der A7 zwischen Westenholz und Mellendorf sowie rund um den Elbtunnel und auf der A1 bei Hamburg bereits lange Staus. Am Abend hatte sich die Verkehrslage aber wieder normalisiert.

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Hamburg: Im Schneckentempo über die A7

Laut der ADAC-Statistik stockte es allein in Hamburg in der Ferienzeit auf einer Länge von insgesamt rund 2.200 Kilometern. Die Hälfte der Staus in Hamburg entfiel auf die A7. Besonders die Bauarbeiten zwischen Heimfeld und Schnelsen sorgten für Schneckentempo oder sogar kompletten Stillstand.

In Niedersachsen 11.000 Kilometer Stau und stockender Verkehr

Im größten norddeutschen Bundesland Niedersachsen summierte sich die Blechlawine auf eine Strecke von gut 11.000 Kilometer. Der ADAC zählte an den Ferienwochenenden 4.070 Einzelstaus. Auch in Niedersachsen war vor allem die A7 betroffen, auf die gut 4.700 Staukilometer entfielen.

Auch in MV und SH brauchten Autofahrer gute Nerven

In Schleswig-Holstein mussten die Autofahrer ebenfalls gute Nerven haben: 995 Kilometer Stau entstanden dort allein vom 2. bis 8. August. Insgesamt habe es an den Ferienwochenenden rund 3.500 Kilometer Stau und stockenden Verkehr in Schleswig-Holstein gegeben, so der Automobilclub.

Die Stau-Bilanz des ADAC

In seiner Stau-Bilanz hat der Verkehrsclub die Kategorien Stau und stockender Verkehr zusammengefasst. Die jeweilige Definition: Wenn mehrere Fahrzeuge über fünf Minuten weniger als Tempo 40 auf einer Länge über einen Kilometer fahren, wird eine Verkehrsstörung erfasst. Zwischen 20 und 40 km/h gilt die Störung als stockender Verkehr, bei weniger als 20 km/h spricht der ADAC von Stau. Als aufgelöst gelte die Störung erst wieder, wenn alle Fahrzeuge auf dem betreffenden Meldungsabschnitt mehr als 60 km/h fahren.

Für Mecklenburg-Vorpommern berechnete der ADAC eine Gesamtstaulänge von rund 1.500 Kilometern. Ursache seien dort vor allem die A20-Bauarbeiten bei Tribsees gewesen.

In Bremen entstanden 390 Kilometer Stau und stockender Verkehr.

ADAC: "Wir hatten wirklich viele Baustellen"

Hans Pieper, stellvertretender Pressesprecher des ADAC Hansa, sagte NDR.de, dass die große Steigerung der Staulängen im Vergleich zum Vorjahr durch mehrere Faktoren erklärbar sei. Zum einen sei Urlaub im eigenen Land weiterhin sehr beliebt bei den Deutschen - und die meisten würden mit dem Auto anreisen. Außerdem seien in diesem Jahr offenbar viele Menschen geballt losgefahren. Und: "Wir hatten in diesem Jahr wirklich viele Baustellen in Deutschland."

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Aktuell | 23.08.2019 | 10:00 Uhr