Welt der Musik

Berühmte Klänge von Franz Schubert in neuer Gestalt

Sonntag, 19. September 2021, 18:00 bis 19:00 Uhr

Zumeist ist der Tenor Klaus Florian Vogt auf den großen Opernbühnen zu erleben - bevorzugt in Rollen von Richard Wagner. Der im Schleswig-Holsteinischen Heide geborene Vogt begeistert sich aber auch für das Lied und hat Andreas N. Tarkmann dazu animiert, Franz Schuberts berühmten Zyklus "Die schöne Müllerin" für Kammerensemble plus Singstimme zu arrangieren.

Klaus Florian Vogt © picture alliance/Daniel Bockwoldt/dpa Foto: Daniel Bockwoldt
Klaus Florian Vogt begann seine musikalische Karriere als Hornist des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg. Parallel studierte er Gesang.
Ganz neue Klänge

Gegenüber der Urform für Stimme und Klavier erzeugt Andreas N. Tarkmann bei der Oktett-Besetzung deutlich andere Klangfarben. Gewählt hat er exakt die Besetzung des berühmten Oktetts von Schubert, also Streichquintett plus Klarinette, Horn und Fagott. Unterschiedliche einzelne Instrumente übernehmen die Führung in den Liedern und treten in den Dialog mit der Singstimme. Da beschreibt das Violoncello das wallende Wasser, das Horn lässt Jagdklänge vernehmen und immer wieder tritt die Klarinette als Pendant zur Stimme oder auch zur ersten Violine hervor.

Mit ehemaligen Kolleginnen und Kollegen

In seinem "ersten Musikerleben" war Klaus Florian Vogt bekanntlich Hornist im Philharmonischen Staatsorchester Hamburg. Bei der um-instrumentierten "Schönen Müllerin" stehen ihm nun ehemalige Kolleginnen und Kollegen zur Seite, mit denen ein Musizieren auf Augenhöhe gelebt wird. Der "Star-Tenor", der niemals einen Star-Kult um sich zulässt, kehrt auch hier, so scheint es, eher die Freude heraus, mit den geschätzten Orchesterkolleginnen und -kollegen musizieren zu dürfen.

Interessante, legitime Instrumentierung

Nun mag es Puristen (und vielleicht sogar Puristinnen) geben, für die ausschließlich die Originalform mit Klavier als legitim gilt. Die Umarbeitung für Singstimme plus Oktett ist jedoch erstens äußerst sorgfältig gearbeitet, ermöglicht zweitens sogar teils neue, intensive Klangfarben und ist somit drittens ein absolut legitimer Versuch, dem Original eine zusätzliche, in jedem Fall interessante Variante hinzuzufügen.

Eine Sendung von Ludwig Hartmann.

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Zwei Musiker im Senegal spielen Kora (links) und Djembe (rechts) im Gegenlicht vor untergehender Sonne. © picture-alliance / dpa

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