Jazz – Round Midnight

Die Erfindung der Hände

Dienstag, 19. Januar 2021, 23:30 bis 00:00 Uhr

Nubya Garcia © imago images / CHROMORANGE

Am Mikrofon: Michael Laages

Tatsächlich ist er 1995 zum richtigen Dänen geworden - Horace Parlan, Jahrgang 1931, Pianist aus Pittsburgh, Pennsylvania, hatte die USA 1973 verlassen und war nach Kopenhagen übergesiedelt. Charles Mingus und Clifford Brown, Booker Ervin und Rahsaan Roland Kirk begleitete er in den ersten Jahrzehnten der Karriere, und dass er mit diesen Meistern spielte, war durchaus nicht selbstverständlich - durch Kinderlähmung in früher Jugend war ausgerechnet die rechte Pianisten-Hand stark geschädigt. Aber er entwickelte Stärke aus dieser Schwäche: mittels einer speziellen Anschlagtechnik, die er für sich erfunden hat.

So wurde er auch in der Kopenhagener Szene zum Ereignis - immer wieder traf er sich etwa mit Archie Shepp im Studio, auch mit vielen anderen Größen, die das Zentrum eigener Jazzarbeit nach Europa verlegt hatten. SteepleChase, das verdienstvolle dänische Jazzlabel, hat er mit vielen Aufnahmen bereichert, und oft war er auch zu Gast in Jazzkonzerten des NDR. Seit 2007 war er fast erblindet, in einem Altenheim der kleinen Hafenstadt Korsör ist er 2017 gestorben. Michael Laages erinnert an Horace Parlan.

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