Jazz im NDR

Live aus dem Rolf-Liebermann-Studio in Hamburg

Donnerstag, 10. Juni 2021, 20:00 bis 22:00 Uhr

Pianistin Johanna Summer im Porträt © Gregor Hohenberg Foto: Gregor Hohenberg

Doppelter Piano-Jazz-Abend auf NDR Kultur: Johanna Summer spielte Schumann-Improvisationen in ihrem Programm "Schumann Kaleidoskop". Florian Weber stellte seine "Keimzelle der Freiheit" vor.

Pianistin Johanna Summer im Porträt © Gregor Hohenberg Foto: Gregor Hohenberg
Johanna Summer spielt Schumann-Improvisationen.

Den Abschluss der NDR Jazz Saison bildeten - leider und hoffentlich letztmalig ohne Publikum - zwei außergewöhnliche Solo-Piano-Recitals mit Johanna Summer und Florian Weber. Die Konzerte wurden live von NDR Kultur im Radio übertragen.

Johanna Summer: Eine kleine Sensation

"Eine kleine Sensation" nannte die "Süddeutsche Zeitung" den Auftritt von Johanna Summer beim Jungen Münchner Jazzpreis 2018. Als "vor Glück schwindelig" gar bezeichnete die "Zeit" den Gemütszustand, den das Hören ihres 2020 erschienenen Debütalbums "Schumann Kaleidoskop" auszulösen vermag. Dabei improvisiert die junge Pianistin über Motive aus sieben Stücken von Robert Schumann - und erschafft ein komplexes, ausdrucksstarkes Neues, das den Bogen zwischen romantischem Schwelgen, kraftvollen Grooves und spannungsreichen Avantgarde-Anklängen mühelos spannt.

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Pianistin Johanna Summer im Porträt © Gregor Hohenberg Foto: Gregor Hohenberg
8 Min

Gespräch mit Jazzpianistin Johanna Summer

Hier können Sie das Interview mit Johanna Summer nachhören, das im Rahmen des Jazz-Radiokonzerts am 10.06. 2021 geführt wurde. 8 Min

Obwohl die 1995 in Plauen geborene Musiker sich mit Haut und Haar dem wohl größten Wesensmerkmal des Jazz verschrieben hat - der Improvisation - reichen ihre musikalische Wurzeln eben auch in die Klassik. Das, was andere im Repertoire des "Great American Songbooks" finden, zieht sie aus Robert Schumanns "Kinderszenen" oder seinem "Album für die Jugend": ihre ganz persönlichen Jazz-Standards. Für ihr "Schumann Kaleidoskop" dienten ihr sieben Stücke Robert Schumanns als Grundlage. 

Florian Weber: Spontaner Pianist im Hier und Jetzt

Florian Weber, Jazzpianist © Christoph Bombart
Florian Weber stellt beim Radiokonzert sein Programm die "Keimzelle der Freiheit" vor.

Eine ganz andere Richtung schlägt Florian Weber mit seinem Soloprogramm ein: Der Pianist liebt das Spontane, das Eintauchen in den Moment. Auch wenn er die gesamte Geschichte seines Instruments in den Fingern hat - die Geschichte, die er uns erzählt, entsteht beim Spielen. Sie beginnt - wie er sagt - mit einer "Keimzelle", von der aus er sich auf den Weg macht.

Florian Weber wurde vor 43 Jahren in Detmold geboren, er lebt in Osnabrück und New York. Lange spielte er in der Band der Saxofon-Ikone Lee Konitz. Sein Duo mit dem syrischen Klarinettisten Kinan Azmeh gehörte zu den Höhepunkten des Festivals Enjoy Jazz 2020. Er ist regelmäßiger Gast bei der NDR Bigband. Für seine Musik hat er zahlreiche Preise bekommen, zuletzt im vergangenen Jahr den mit 20.000 Euro dotierten Belmont Preis. Mit diesem Preis werden Aufbruch, Wagnis und Mut gewürdigt. Es ist eine der höchstdotierten Auszeichnungen Europas.

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Omar Sosa blickt lachend in die Kamera. © Omar Sosa

Jazz auf NDR Kultur

"Play Jazz!" und "Round Midnight" geben fundierte Einblicke in die aktuelle Jazzszene und in die Geschichte des Jazz. mehr