NDR Elbphilharmonie Orchester

Blomstedt dirigiert Bruckner

Freitag, 07. Januar 2022, 20:00 bis 22:00 Uhr

Herbert Blomstedt © Martin U.K. Lengemann Foto: Martin U.K. Lengemann
Herbert Blomstedt © Martin U.K. Lengemann Foto: Martin U.K. Lengemann
Herbert Blomstedt ist Träger des "Großen Verdienstkreuzes des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland".

Seit Jahrzehnten ist Herbert Blomstedt ein fester Partner des NDR Elbphilharmonie Orchester. Zwar war er nur knapp zwei Jahre dessen Chefdirigent - von 1996 bis 1998 -, doch kaum einer ist den Hamburger Musikerinnen und Musikern seit seinem Abschied so liebevoll verbunden geblieben wie der Schwede. Und so ist bei der gemeinsamen Arbeit längst Wirklichkeit geworden, was er vor rund einem Vierteljahrhundert noch als Hoffnung formuliert hatte: "Das ist wie Samenpflanzen: Das wird wachsen. Und man muss da mit Geduld weiterarbeiten. Wir hoffen, dass auch der Regen und Segen dazukommt, auf die wir keinen Einfluss haben, sodass es ein wunderschöner Garten wird." Auch im hohen Alter kehrt Blomstedt jedes Jahr in die Hansestadt zurück.

Unerschöpfliche Fülle und Herrlichkeit

"Jedes seiner Werke ist ein Meisterwerk, auch die nicht so bekannten", sagt Herbert Blomstedt über Joseph Haydn. Er sei immer wieder erstaunt über den Einfallsreichtum und den Humor, den Haydn habe, erklärt der mittlerweile 94-jährige Dirigent. Haydn wolle sein Publikum niemals langweilen, sondern immer wieder überraschen. Das berühmteste Beispiel sei ja seine Sinfonie mit dem Paukenschlag.

Als Haydns allerletzte Sinfonie im Mai 1795 im Haymarket Theatre erstmals erklang, war die Londoner Presse begeistert: "Die Kenner behaupten, sie überträfe mit ihrer unerschöpflichen Fülle und Herrlichkeit alle anderen Werke Haydns. Eine anerkannte Autorität auf dem Gebiet der Musik äußerte sich davon überzeugt, dass die Komponisten in den kommenden fünfzig Jahren kaum mehr als Nachahmer Haydns sein und nichts weiter als einen zweiten Aufguss zustande bringen würden," schrieb der "Morning Chronicle" am 6. Mai 1795.

Bruckner: Klangkathedrale aus Wien

"Die Melodien, der Kontrapunkt und die Konzentration der Aussage zeichnen die Musik Bruckners aus", schwärmt Herbert Blomstedt. Gerade Bruckners 6. Sinfonie sei ein ganz besonderes Werk, "die Themen werden immer wieder in neuem Licht dargestellt. Die Klanggewalten entsprechen der Bruckner'schen Handschrift, so wie wir es von den anderen Sinfonien her kennen."

Bruckners wohl kompakteste Sinfonie hebt sich auch im Tempo ihrer Niederschrift von den anderen ab. Im September 1879 nach einer dreimonatigen Reise begonnen, lag die fertige Partitur rund zwei Jahre später vor. Seine Sechste wurde stets als Stiefkind angesehen. Bruckner selbst hat sie nur ein einziges Mal in einer Probe in Gänze gehört. Im Konzertsaal wurden zu Bruckners Lebzeiten nur der zweite Satz, das Adagio, und das Scherzo aufgeführt. Erst nach Bruckners Tod haben die Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Gustav Mahler am 26. Februar 1899 die Sechste aufgeführt, allerdings in einer von Mahler gekürzten Form.

Die vollständige Sinfonie wurde rund zwei Jahre später von der Stuttgarter Hofkapelle im Konzert gespielt. Die Presse war begeistert: "Dieser moderne Symphoniker hat hier bereits vielen Boden gewonnen und das genannte großartige und hochbedeutende Werk wird sicher die Zahl seiner Verehrer vermehrt haben."

Eine Sendung von Stephan Sturm.

Das Programm

Joseph Haydn
Sinfonie D-Dur Hob. I:104 - Londoner -
Anton Bruckner
Sinfonie Nr. 6 A-Dur

NDR Elbphilharmonie Orchester
Ltg.: Herbert Blomstedt

Aufzeichnung vom 17. Oktober 2019 in der Elbphilharmonie Hamburg

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