Am Morgen vorgelesen

Ulrike Draesner: Sommerfrische

Samstag, 02. Mai 2020, 08:30 bis 09:00 Uhr

Ulrike Draesner © imago
Schriftstellerin Ulrike Draesner.

Über einen Mangel an Stipendien und Literaturpreisen oder an Gastdozenturen dürfte sich die 1962 in München geborene Lyrikerin, Romanautorin und Essayistin Ulrike Draesner kaum beschweren. 2002 erhielt sie als erste Autorin den Preis der Literaturhäuser. Mit ihrem Roman "Spiele" stand sie 2005, im Gründungsjahr des Deutschen Buchpreises, auf der Longlist. Zehn Jahre später mit ihrem bisherigen opus magnum "Sieben Sprünge vom Rand der Welt" ebenfalls. 2016 erhielt sie den Nicolas-Born-Preis, nachdem sie zuvor bereits mit dem Joachim-Ringelnatz-Preis, dem Roswitha-Preis und dem Solothurner Literaturpreis ausgezeichnet worden war. In diesem Jahr wurde ihr der Preis der LiteraturTour Nord zuerkannt. Allerdings musste die Preisverleihung coronabedingt verschoben werden. Seit 2018 lehrt sie als Professorin für Deutsche Literatur am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Ihr zuletzt veröffentlichter Roman "Kanalschwimmer" erschien im vergangenen Jahr. Im August soll ihr neuer Roman über den aus Hannover stammenden Merz-Künstler Kurt Schwitters in die Buchläden kommen.

Motivation für literarisches Schaffen

"Ich schreibe, um hörbar zu machen, in Sprache zu übersetzen, was gemeinhin nicht gesprochen wird, nicht sprechbar scheint." So hat Ulrike Draesner die Motivation für ihr mannigfaltiges literarisches Schaffen einmal umschrieben. Besonders imposant hat sie sich an dieser Grenze des Ausdrücklichen in ihrem autobiographisch eingefärbten Roman "Sieben Sprünge vom Rand der Welt" entlang bewegt, in dem sie die Fluchtgeschichte ihres aus Schlesien stammenden Vaters verarbeitet hat. Auch in ihrer Geschichte "Sommerfrische" aus dem Jahr 2008 erzählt sie von einem Sprung, diesmal von einem Seitensprung.

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