Das Konzert

Faust in der Lokhalle

Montag, 05. April 2021, 11:00 bis 13:00 Uhr

Cellist Friedrich Thiele © NDR Foto: Christiane Irrgang

Insgesamt 9.400 m² Fläche umfasst das Veranstaltungszentrum LOKHALLE Göttingen. Da kann sich selbst ein komplettes Orchester ausbreiten, ohne dass es zu engen Kontakten kommen muss. Unter diesen idealen Bedingungen hat NDR Kultur an zwei Tagen im Februar mit dem Göttinger Symphonieorchester unter der Leitung von Nicholas Milton zwei Konzertprogramme aufgezeichnet.

Erfolgreiche Frau in einer Männerdomäne

Den Auftakt zum ersten Konzert macht die "Faust-Ouvertüre" von Emilie Mayer, das erfolgreichste Werk der mecklenburgischen Komponistin. "Ein weiblicher Componist, der nicht bloß für das Pianoforte schreibt, sondern auch die schwierige, von tausenden Geheimnissen wimmelnde Aufgabe der Orchestercomposition löst - und wie löst!", staunte ein - natürlich männlicher - Rezensent 1878. Und tatsächlich: eine Frau, die öffentliche Aufführungen von acht Sinfonien und sieben Ouvertüren zustande brachte, war zu ihrer Zeit eine absolute Ausnahmeerscheinung.

Virtuose Herausforderung für einen Hofmusiker

Solokonzerte schrieben die Komponisten des 18. Jahrhunderts in der Regel für sich selbst oder für befreundete Musiker. Als solche "Gelegenheitswerke" gelten auch die beiden Cellokonzerte von Joseph Haydn - was nicht darüber hinwegtäuschen sollte, dass es sich um echte Meisterwerke handelt. Sie waren sozusagen maßgeschneidert für Anton Kraft, Cellist in der Hofkapelle des Fürsten Esterhazy. Und noch heute gelten sie als die virtuosesten Konzerte dieser Zeit, eine Herausforderung auch für Musiker des 21. Jahrhunderts. Friedrich Thiele, Preisträger des ARD-Musikwettbewerbs 2019, spielt Haydns D-Dur-Konzert, das im dritten Satz nicht nur rasante Sechzehntelpassagen und etliche Doppelgriffe enthält, sondern stellenweise auch bis in die Violinlage vordringt.

Musikalische Reiseerinnerungen

"Es gibt Momente, zum Beispiel im letzten Satz, wo man wirklich die Augen schließen und fast die Landschaften sehen kann. Plötzlich gehen die Wolken weg, und da steht eine wunderbare, tiefgrüne Landschaft", sagt der Göttinger Chefdirigent Nicholas Milton zu Felix Mendelssohns dritter Sinfonie. Eindrücke für seine "Schottische" sammelte der unternehmungslustige Komponist 1829 während seiner ersten Schottlandreise. Fertig wurde das Werk allerdings erst zwölf Jahre später - vielleicht weil zuhause in Deutschland das Wetter zu gut und der Whisky zu schlecht war.

Eine Sendung von Christiane Irrgang

Das Programm

Emilie Mayer
"
Faust"-Ouvertüre op. 46
Joseph Haydn
Violoncellokonzert D-Dur Hob. VIIb:2
Felix Mendelssohn Bartholdy
Sinfonie Nr. 3 a-Moll op. 56 "Schottische"
Friedrich Thiele Violoncello
Göttinger Symphonieorchester
Ltg.: Nicholas Milton
Aufzeichnung vom 18./19.02.2021 in der Göttinger Lokhalle

Robert Schumann
Violoncellokonzert a-Moll, op. 129
Narek Hakhnazaryan Violoncello
NDR Elbphilharmonie Orchester
Ltg.:  Nicholas Milton
Aufzeichnung vom 21.02.2013 in der Hamburger Laeiszhalle

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