Das Gespräch

Gast: Andreas Reckwitz

Samstag, 09. Mai 2020, 18:00 bis 18:30 Uhr

Andreas Reckwitz © Geisler-Fotopress Foto: Christoph Hardt
"Wir müssen einen nüchternen und illusionslosen Blick auf diese Gegenwartsgesellschaft werfen", meint Andreas Reckwitz.

Mit seinem Buch "Das Ende der Illusionen. Politik, Ökonomie und Kultur der Spätmoderne" hat es der Kultursoziologe Andreas Reckwitz auf die Bestsellerliste geschafft. Der Professor an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) hat erkannt, dass wir vermeintliche Selbstverständlichkeiten in Frage stellen müssen: Ist der Siegeszug von liberaler Demokratie und Marktwirtschaft wirklich unaufhaltsam? Spätestens der Brexit und die Wahl von Donald Trump haben dokumentiert: Es hat sich etwas verändert.

Soziologe Reckwitz sieht keinen Fortschritt für alle

Unsere Vorstellung eines eindeutigen Fortschrittsprozesses sei eine Illusion gewesen, analysiert Reckwitz. Es gebe keinen solchen Fortschritt für alle, vielmehr gebe es in den westlichen Gesellschaften schon seit mehreren Jahrzehnten ein Nebeneinander von sozialen Aufstiegs- und Abstiegsprozessen, von kulturellen Aufwertungs- und Abwertungsprozessen. "Wir müssen", meint der Soziologe daher, "einen nüchternen und illusionslosen Blick auf diese Gegenwartsgesellschaft werfen".

Auf NDR Kultur fordert Andreas Reckwitz im Gespräch mit Jochen Rack als Antwort auf gesellschaftliche und politische Entwicklungen der vergangenen Jahre neue Formen der Regulierung - und nennt sein Konzept dafür "einbettender Liberalismus".

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