Stand: 18.12.2019 16:52 Uhr

Eine Hausorgel in Stade

Peter Golon, Jahrgang 1947, war seit 1979 Pastor an St. Wilhadi in Stade. Neben seinem Studium der Theologie hat er auch Musikwissenschaft studiert. Er setzt sich - u.a. als Geschäftsführer der Orgelakademie Stade - für den reichen Schatz an historischen Orgeln in und um Stade ein. In den 1990er-Jahren wurde ihm eine Hausorgel aus Lübeck zum Kauf angeboten, in der sich wahrscheinlich ein Register aus der alten Lübecker Domorgel von Arp Schnitger erhalten hat.

Im Innern der Orgel befindet sich an gut sichtbarer Stelle (s. Fotos) ein handschriftlicher Zettel, was wohl ein Indiz dafür ist, dass der Autor sich des historischen Wertes dieser Holzpfeifen irgendwie bewusst gewesen ist. Genau wusste er aber nicht Bescheid. Die Jahreszahl 1760 lässt sich mit Arp Schnitger nicht in Verbindung bringen und beruht wohl auf einem Zahlendreher (1706). Schnitger hat die Orgel 1699 fertiggestellt. Auch das Entstehungsdatum der Walcker-Orgel, die das Werk Schnitgers abgelöst hat, ist nicht ganz korrekt angegeben.

Der Text lautet: "Diese Hausorgel ist etwa Ende des 18. Jahrhunderts angefertigt, Meister unbekannt, und gelangte um das Jahr 1890 etwa in den Besitz des Lübecker Domorganisten H. Ley. Das jetzige Pfeifenwerk kommt aus dem sogenannten Brustwerk (3tes Clavier) der alten Domorgel, welches durch den damaligen berühmten Orgelbauer Hamburgs Arp Schnitger etwa im Jahr 1760 eingefügt wurde. Beim Neubau der Domorgel von Walcker 1889 ist das Pfeifenwerk dann von Ley in diese Orgel eingesetzt.- Die jetzige Aufarbeitung ist 1910 durch C. W. Meyer - Lübeck Geibelplatz 6 bewerkstelligt."

Weitere Informationen
die Arp Schnitger-Orgel in Grasberg © NDR Foto: Hans-Heinrich Raab

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