Ebba Åsman (Posaune, Keyboard), Petter Olofsson (Bass) und Nils Landgren (Posaune) bei der JazzBaltica 2021. © Axel Nickolaus Foto: Gerhard Brüggemann

Abschluss der JazzBaltica: "Irre viel Dankbarkeit"

Stand: 28.06.2021 08:34 Uhr

In vier Tagen kamen rund 14.500 Besucher*innen und 180 Künstler*innen nach Timmendorfer Strand. Diesmal hatte das Festival-Team um Nils Landgren nur zwei Wochen Zeit zur Vorbereitung.

von Milad Kuhpai

Ein abgedunkelter Festsaal im Maritim Hotel im Seebad Timmendorfer Strand. Stimmungsvolles Bühnenlicht leuchtet die MainStage mitten im Raum aus, eine Prise Bühnennebel gibt den passenden Stimmungskick dazu - um die Bühne herum ein Festivalpublikum, aufgeteilt in Zweier-Sitzgruppen.

Sophia Oster: "Es ist einfach ein toller Vibe"

Sie alle lauschen der Hamburger Jazzsängerin und Pianistin Sophia Oster, mit ihrem Ensemble bestehend aus Samantha Wright mit inbrünstigen Soli an der Klarinette, knackigen Drums-Beilagen von Jan-Philipp Meyer und souverän tragenden Bassspiel von Tilman Oberbeck. Auf dem Programm: Jazz-Standards, Broadwaystücke und auch Eigenkompositionen.

"Ich bin total begeistert von der ganzen Organisation, das ist einfach der Hammer", erzählt Sophie Oster vor dem Auftritt. "Es ist einfach ein toller Vibe. Man fühlt sich aufgehoben und freut sich einfach, hier zu spielen."

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JazzBaltica: Vor kurzem noch gar nicht planbar

Für das Sophia-Oster-Quartett ist es der erste Auftritt bei der JazzBaltica - ein Festival, dessen Umsetzung wegen der Coronalage vor fünf Wochen noch gar nicht planbar war. Eine Woche vor Beginn gab es dann endlich grünes Licht.

Mit 14.500 Besucher*innen und 180 Künstler*innen hätte das Ganze kaum besser laufen könne, meint Sprecherin Laura Hamdorf: "Und das in Zeiten, wo eigentlich überhaupt keine Festivals stattfinden können, also da sind wir noch völlig geplättet - und erleben auch irre viel Dankbarkeit hier auf dem Gelände. Die Leute kommen auf mich und meine Kolleg*innen zu, sind wirklich einfach nur froh, dass sie solche Konzerterlebnisse wieder haben können."

Corona-Maßnahmen störten wenig

Indoor eine Maske bis zum Platz störte Publikum und Künstler*innen genauso wenig, wie das Verbot von Picknicks auf dem Festivalgelände. Auch in Sachen Registrierung und Testnachweis lief alles reibungslos, so Hamdorf. Hauptsache endlich wieder Jazzgenuss.

Von der Band des Festivalleiters Nils Landgren 4 Wheel Drive auf der Open-Air-Bühne im Strandpark, bis hin zum US-amerikanischen Sänger und Gitarristen Raul Midón oder dem Lübecker Ensemble Bento: 37 Veranstaltungen kamen in vier Tagen auf insgesamt drei Bühnen zusammen. Wie in den vergangenen Jahren hat auch die NDR Jazzredaktion verschiedenen Protagonist*innen in neuen spontanen Besetzungen exklusiv zusammengebracht.

Nach ersten Corona-Jahr: Kompetenzen im Gepäck

Sprecherin Laura Hamdorf und das Festivalteam waren bei der coronakonformen Umsetzung nicht ungeübt. Nach den Erfahrungen des letzten Jahres war das Anliegen groß, es in diesem Jahr noch besser zu machen: "Wir fragten uns: Wie kann man trotz allen Beschränkungen eine gelöste Atmosphäre schaffen?", so Hamdorf. "Das sind sicherlich alles Kompetenzen, die wir jetzt im Gepäck haben und auch bei dieser JazzBaltica anwenden konnten."

Es fragt sich, ob es diese Kompetenzen im nächsten Jahr noch braucht.

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Nora-Elisa Kahl von Bentō bei der JazzBaltica 2021. © Axel Nickolaus Foto: Gerhard Brüggemann

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch in den Tag | 28.06.2021 | 07:20 Uhr

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