Stand: 15.06.2018 19:42 Uhr

Festspielstart in Neubrandenburg

von Axel Seitz
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Die neue Orgel in der Neubrandenburger Konzertkirche steht im Mittelpunkt des Eröffnungskonzerts.

Bei Pferdestall, Lokschuppen und Bootswerft denkt ein Liebhaber der klassischen Musik bestimmt nicht sofort an Konzerte. Es sei denn, er ist Gast der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern. Am Freitagabend begann in Neubrandenburg Deutschlands drittgrößtes Festival dieser Art, das in diesem Sommer bis Mitte September zwischen Binz auf Rügen und Zarrentin in Westmecklenburg rund 150 Konzerte anbietet.

 

Musiker zaubern Klangfarben

Unter anderem stehen Brahms und Dvořák auf dem Programm. "Johannes Brahms war ja auf Rügen, hat zwar nicht dieses zweite Klavierkonzert auf der Insel komponiert, aber zumindest weite Teile der ersten Sinfonie. Ja, und Dvořáks sechste Sinfonie, das ist einfach ein schönes, festliches, berauschendes abwechslungsreiches Programm. Da kann das NDR Elbphilharmonie Orchester zeigen, was es für Klangfarben zaubern kann", schwärmt Festspiel-Intendant Markus Fein.

Ein Festival mit vielen Höhepunkten

"Preisträger in Residence"

Mit dem Titel "Preisträger in Residence" ehren die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern seit 2006 jährlich einen herausragenden Künstler.

Dieser bestreitet traditionell das Eröffnungskonzert der Festspiele und ist Leiter des Kammermusikfests. Die Ehrung ermöglicht es ihm, musikalische Wunschprojekte zu realisieren, zu denen er sich andere Künstler einladen kann.

Erster Preisträger war 2006 der britische Geiger Daniel Hope, der jetzt Künstlerischer Direktor des Musikfestivals ist.

Der Intendant der Festspiele blickt erwartungsvoll auf die kommenden drei Monate mit Musikern von A bis Z: Von A wie Armstrong, dem Preisträger in Residence und Z wie Zuckermann. Pinchas Zukerman hat sein Debüt bei den Festspielen. Außerdem muss für Fein immer ein H bei den Festspielen sein: Daniel Hope. Auch ein S gäbe es - wie Sächsische Staatskapelle Dresden sowie ein DMS - Daniel Müller-Schott. Das sei das Kürzel im Festspielbüro, erklärt der Intendant. "Also", resümiert er, "ich würde mal sagen, das Alphabet ist nicht nur komplett belegt und besetzt durch die vielleicht 1.000 Künstler, die jetzt auftreten werden in den nächsten drei Monaten, sondern auch mehrfach besetzt."

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Pianist Kit Armstrong ist der Preisträger der Feststpiele Mecklenburg-Vorpommern 2018.

Der Festspielpreisträger dieses Sommers, der Pianist Kit Armstrong wird allein 24 Konzerte geben. "Ich glaube, dass es ist tatsächlich das erste Mal ist, dass ich im Rahmen eines Festivals so viele Konzerte gebe", stellt dieser fest. "In diesem Sinne ist das natürlich auch eine besondere Aufgabe ein Programm zu gestalten, was nicht nur in jedem einzelnen Konzert interessant ist, sondern auch als großes Ganzes funktioniert."

Premiere in Neubrandenburg

Bereits am Eröffnungsabend ist Kit Armstrong zu hören - zwar nicht live, aber er hat die Festspielouvertüre komponiert. Für die neue noch nicht einmal ein Jahr alte Orgel in der Neubrandenburger Konzertkirche: "Das stand von Anfang an fest: Wir haben eine neue Orgel und was für eine Orgel in Neubrandenburg! Dafür musste ein Stück komponiert werden. Kit Armstrong ist ja nicht nur Pianist und Dirigent, wie wir jetzt in dieser Saison erfahren, sondern auch Komponist. Also, haben wir ihn gefragt", erzählt Markus Fein.

Die neue Orgel in Neubrandenburg

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Stehende Ovationen vor dem ersten Ton, Dankesreden und gleich ein Ehrentitel: Unter großem Applaus ist in Neubrandenburg die neue Konzertorgel eingeweiht worden. mehr

Auch Kit Armstrong selbst ist von dem Instrument begeistert, seit er Kirche und Orgel das erste Mal besichtigen konnte: "Es ist überhaupt etwas Besonderes Orgel zu spielen. Das schätze ich persönlich sehr. Und es war ein ganz besonderer Moment, als ich ganz allein in dieser Kirche war. Draußen war es dunkel und ich konnte diese Atmosphäre sehr intensiv genießen."

Helene Grimaud, Max Raabe und Nils Landgren

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Kozerte an ungewöhnlichen Orten: Auch in der Eisengießerei Torgelow wird es 2018 eines geben.

Die Festspiele, die auch in diesem Jahr vom Norddeutschen Rundfunk, unterstützt werden, sind in den kommenden Wochen an bewährten Orten wie der Reithalle Redefin, in der Festspielscheune Ulrichshusen und in der Klosterruine Dargun ebenso zu Gast wie an neuen, auch unerhörten Orten wie der Eisengießerei Torgelow, der Bootswerft im vorpommerschen Freest oder im neuen Landtagsplenarsaal im Schweriner Schloss. Rund 150 Konzerte in fast 70 Orten, nach dem Auftakt in Neubrandenburg.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Frühaufsteher | 15.06.2018 | 08:00 Uhr

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